Fördermittel kontra Baumbewuchs

Völlig kahl geschlagen wurde diese Stepenitzwiese …
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Völlig kahl geschlagen wurde diese Stepenitzwiese …

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22. Dezember 2008, 11:49 Uhr

Rohlsdorf | Wo einst kleine Birken, Nadelgehölz und Sträucher standen, ist jetzt nur noch platte Wiese zu sehen. Gemeint ist die Fläche zwischen Stepenitz und B 189 nahe der Ortschaft Rohlsdorf.

Der "Kahlschlag" sei völlig rechtens, erfuhr der "Prignitzer" auf Nachfrage bei der unteren Naturschutzbehörde. Frank Giese teilt mit, dass sich besagte Fläche zwar im Naturschutzgebiet (NSG) "Stepenitz" befinde, beim Landwirtschaftsamt aber als förderfähiges Grünland geführt werde.

"Der Flächennutzer ist im Zuge einer in diesem Jahr durchgeführten Kontrolle vom Landwirtschaftsamt aufgefordert worden, entweder die Fläche aus der Förderung herauszunehmen und diese zukünftig als Wald im Sinne des Landeswaldgesetzes zu führen oder den darauf befindlichen Gehölzbewuchs zu beseitigen und damit die Förderfähigkeit zu bewahren", erklärt der Sachbearbeiter der unteren Naturschutzbehörde.

Den Nutzer habe der Gehölzaufwuchs nicht bei seiner Bewirtschaftung gestört, so Giese. Doch angesichts der "letztgenannte Alternative" habe er den Bewuchs beseitigt.

"Die Maßnahme ist in einer aus ökologischer Sicht unbedenklichen Jahreszeit erfolgt. Ein Verstoß gegen die Verordnung des Naturschutzgesetzes liegt nicht vor" macht Giese deutlich. Und er fügt hinzu, dass gegen das vom Flächennutzer vorgesehene kontrollierte Abbrennen des abgeschlagenen Holzes und Reisigs, das am Wiesenrand lagert, seitens der unteren Naturschutzbehörde insoweit keine Bedenken bestünden, da diese Maßnahme noch in diesem Winter erfolgen soll. Ein Belassen des Haufens sei wenig sinnvoll, "da er auf Grund seiner heterogenen Zusammensetzung nicht als Nist-, Brut und Lebensstätte taugt und vielmehr bei der Zersetzung zu einer unerwünschten Nährstoffanreicherung der angrenzenden Talaue der Stepenitz führen kann", so Giese.

Vögel und Kleingetier hatten ohnehin ganz sicher mehr Freude an dem über Jahre gewachsenen kleinen Wäldchen in Stepenitznähe. Doch im Gegensatz zu EU-Förderrichtlinien haben sie natürlich keine schlagkräftigen Argumente.

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