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Lokales

18. Oktober 2017 | 04:16 Uhr

Flüsterasphalt sorgt für Ruhe in Rostock

vom

svz.de von
erstellt am 10.Jun.2011 | 06:21 Uhr

Rostock | Versuch geglückt: Nachdem auf der L 22 zwischen der Wokrenter- und der Grubenstraße Flüsterasphalt aufgebracht wurde, haben die Anlieger ein deutlich ruhigeres Leben. "Vor allem die schweren Lkw poltern nicht mehr so", sagt Iris Vegelahl. Das Büro der Sachbearbeiterin im ersten Stock sei früher ständig erzittert.

Offizielle Lautstärkemessungen sollen in den nächsten Tagen vorgenommen werden, kündigt Steffen Nozon vom Amt für Umweltschutz an. "Wir freuen uns über den Belag", sagt er. Es ist der erste Flüsterasphalt, der in Rostock verbaut wurde - ein Experiment. Nozon und Tiefbauamtschef Heiko Tiburtius versprechen sich eine Absenkung des Autolärms um rund vier Dezibel. Das entspräche einer gefühlten Halbierung des Verkehrs. Frühere Messungen ergaben einen Lärmpegel von mehr als 70 Dezibel am Tag.

Das Geheimnis des Flüsterasphalts liegt in seiner Zusammensetzung und in seinem Hohlraumgehalt. "Das sind ausgefeilte Rezepturen", sagt Tiburtius. Noch befinde sich der Straßenbelag in der Erprobungsphase und werde ständig verbessert. Eine Vorreiterrolle nimmt dabei Düsseldorf ein, wo der Asphalt mittlerweile standardmäßig eingesetzt wird. Allerdings kann er nur bei optimalen Bedingungen aufgebracht werden. Unter anderem sind Temperaturen von mehr als zehn Grad Celsius Voraussetzung.

Die Erneuerung des 600 Meter langen Teilstücks der L 22 kommt vor allem den direkten Anliegern zugute. Schon eine Straße weiter spürt Julian Rosenkranz keine Auswirkungen mehr: "Ich merke keinen Unterschied", sagt der Bewohner der Strandstraße. Den Soldat nerve mehr das ständige Hupen. "Es ist definitiv ein Unterschied", sagt hingegen Juliane Guhr. Die Versicherungskauffrau ist nur durch Fenster und eine Tür von der Straße getrennt. "Das Tempolimit hatte nichts gebracht", sagt sie. 2009 war die zulässige Geschwindigkeit von 60 auf 50 Kilometer pro Stunde abgesenkt worden. Nun habe sie das Gefühl, die Autos würden langsamer fahren. "Wenn es nicht zuviel kostet, kann der Asphalt überall verbaut werden", sagt Guhr.

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