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Zahl der Gewerbeanmeldungen höher als -abmeldungen : Flucht in die Selbstständigkeit

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Im Krisenjahr 2009 haben im Kreis Güstrow mehr Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt als im Jahr zuvor. Das geht aus den neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor.

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erstellt am 27.Jan.2011 | 08:23 Uhr

Kreis Güstrow | Im Krisenjahr 2009 haben im Kreis Güstrow mehr Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt als im Jahr zuvor. Das geht aus den neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor. Gleichzeitig haben weniger Unternehmer ihr Gewerbe wieder abgemeldet. Ein doppelter Erfolg also.

769 Gewerbeanmeldungen meldet das Statistische Landesamt für den Kreis Güstrow für das Jahr 2009. Darunter sind 652 Neuerrichtungen. Im Vorjahr, also im Jahr 2008, entschieden sich mit 703 Anmeldungen gut 9,4 Prozent mehr Menschen im Landkreis für ein eigenes Gewerbe. Allerdings haben auch 727 Firmen den Betrieb oder ihre selbstständige Tätigkeit aufgegeben. 2009 haben sich lediglich 708 Unternehmer zu diesem Schritt entschlossen, also 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bilanz des Jahres 2009: Werden Zu- und Abgänge miteinander verrechnet, liegt im Kreis Güstrow die Zahl der Anmeldungen um 61 höher als die Zahl der Abmeldungen.

Wichtig für die Arbeitnehmer ist dabei vor allem eines: Nicht jede Gewerbeabmeldung steht auch für eine Geschäftsaufgabe beziehungsweise für Arbeitsplatzverluste. Manche Firmen ziehen einfach um, bei anderen hören Chefs und Inhaber beispielsweise altersbedingt auf. Wenn die Firma aber wirtschaftlich gesund ist, finden sich meist Nachfolger. Deswegen werden bei der Statistik der Gewerbeentwicklung die Übernahmen beziehungsweise Übergaben eines Geschäftes oder Betriebes gesondert erfasst. In Zahlen: 2009 haben im Kreis insgesamt 614 Unternehmer endgültig aufgegeben.

Insgesamt sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2009 genau 14 039 Gewerbeanmeldungen gezählt worden. Das entsprach einem Rückgang um 3,8 Prozent. Darunter waren 11 626 Neuerrichtungen. 2009 wurden also weniger Gewerbe angemeldet, dafür aber auch weniger abgemeldet als 2008 - nämlich 13 527 Unternehmen und damit vier Prozent weniger. Das wiederum ist ein positives Signal. Unter den Abmeldungen waren 11 266 tatsächliche Aufgaben.

Mehr Mut zur Übernahme von Unternehmen sollten Frauen haben. Das machte eine Konferenz "Chefin gesucht!" vor wenigen Tagen in Schwerin deutlich. Nicht mal jedes achte Unternehmen in M-V werde vom Seniorchef an eine Frau als neuer Geschäftsführerin übergeben, stellte die Regionalstelle Westmecklenburg für Gleichstellung fest. Die Frauenquote fällt also bei Geschäftsübernahmen sehr gering aus - bei Unternehmensgründungen zeigt sich die Damenwelt selbstbewusster: jedes dritte neue Unternehmen im Land wird von einer Frau gegründet.

Laut dem Institut für Mittelstandsforschung Bonn suchen im Nordosten bis zum Jahr 2014 rund 1 900 Firmen mit insgesamt 18 000 Beschäftigten einen neuen Chef oder eine Chefin. Dabei dürfe das Potenzial der "bisher bestausgebildeten Frauengeneration" nicht verschenkt werden, forderte Margret Seemann, Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung.

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