Bis zu 1000 zusätzliche Dienstposten : Flottenkommando bald in Rostock?

Die Fregatte Sachsen befand sich auf dem Weg von Norwegen nach Kiel. Seit Donnerstagabend wird der deutsche Soldat vermisst.
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Die Fregatte Sachsen befand sich auf dem Weg von Norwegen nach Kiel. Seit Donnerstagabend wird der deutsche Soldat vermisst.

Vor der Vorstellung der Strukturreform durch Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Mittwoch mehren sich die Hinweise, dass die Marine ihre Führungsebene in Rostock konzentrieren will.

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16. Mai 2011, 08:38 Uhr

Flensburg/Berlin | Zieht das Flottenkommando der Marine nach Rostock um? Vor der offiziellen Vorstellung der Eckpunkte der Strukturreform durch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) morgen mehren sich die Hinweise, dass die Marine ihre Führungsebene in der Hansestadt konzentrieren will.

Zu Details der im Führungsstab der Marine offenbar schon bekannten Bundeswehrreform wollte sich auf Anfrage niemand äußern. Das Flottenkommando verwies lediglich auf die bevorstehende Vorstellung durch den Minister.

Bei einem möglichen Umzug des Flottenkommandos von Glücksburg (Schleswig-Holstein) nach Rostock könnte die Hansestadt bis zu 1000 Marine-Dienstposten hinzugewinnen. Dann wäre neben dem Marineamt, das für Ausbildung des Personals und Ausrüstung der Schiffe zuständig ist, auch die zweite höhere Kommandobehörde der Marine an der Warnow stationiert.

Zum Flottenkommando gehört auch das Hauptquartier des Befehlshabers der Flotte, seit Juli 2010 Vizeadmiral Manfred Nielson. Ihm sind die schwimmenden und fliegenden Verbände der Deutschen Marine unterstellt.

Minister an Bord der Fregatte "Brandenburg"

Im Gegenzug für eine mögliche Verlegung des Flottenkommandos nach Rostock könnte die Marineschule in Flensburg-Mürwik nicht nur erhalten bleiben, sondern aufgewertet werden. In einer Publikation der Marine-Offiziere, veröffentlichte Kapitän zur See Markus Krause-Traudes, Referatsleiter im Verteidigungsministerium, jüngst Überlegungen, die wohl den aktuellen Stand der Reformfolgen für die Marine wiedergeben dürften. Danach dürfte bei der Verkleinerung der Teilstreitkraft von 16 000 auf voraussichtlich 13 000 Mann die Schule Mürwik zu den Gewinnern der Reform gehören. Sie würde zentrale Steuerungseinheit für die gesamte Ausbildung im Bereich der Marine. Dass die Stärkung der Marineschule eine wirkliche Kompensation für die Verlegung des Flottenkommandos darstellen würde, wird in Marinekreisen freilich stark bezweifelt. Mürwik hätte zwar zusätzliche Funktionen, aber nicht zwingend mehr Personal.

Verteidigungsminister de Maizière kommt indessen am Donnerstag zum Antrittsbesuch bei der Marine im Stützpunkt Rostock-Hohe Düne. Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, wird ihn an Bord der Fregatte "Brandenburg" empfangen. Im Seegebiet vor Warnemünde sollen de Maizière die verschiedenen Waffensysteme und Ausrüstungen der Marine sowie die Fähigkeiten der Soldaten präsentiert werden.

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