Fliegerclub darf in Pinnow bleiben

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26. November 2010, 08:12 Uhr

Pinnow | Der Fliegerclub Pinnow / Schwerin hat weiterhin seine Heimstätte auf dem Flugplatz nahe Pinnow. Das Landgericht Schwerin wies die Kündigungsklage der Gemeinde jetzt zurück.

Die im Jahr 2008 ausgesprochene fristlose Kündigung hatte nach Auffassung des Gerichts nie eine Chance auf Erfolg, da die angeführten Gründe nicht dem Fliegerclub angelastet werden können und zudem bereits lange vorher bekannt waren. Das betrifft Fragen des Baurechts sowie die Nutzung einer Teilfläche durch ein Lufttransport-Unternehmen. Damit hat der 2004 abgeschlossene und für 25 Jahre geltende Nutzungsvertrag über das 52 Hektar umfassende Areal zwischen der Gemeinde und dem Fliegerclub Bestand.

Maik Bosselmann, Schatzmeister des Fliegerclubs, zeigte sich nach der Urteilsverkündung zufrieden und wenig überrascht: "Schade, dass es überhaupt so weit kommen musste." Der Vorstand des Fliegerclubs sei offen für Gespräche mit der Gemeinde. Der bestehende Vertrag könne aber nur im gegenseitigen Einvernehmen verändert werden, betont Bosselmann. "Eine Verdoppelung der Zahlungen durch den Club, wie sie die Gemeinde einst vorgeschlagen hatte, würde unseren Verein aber finanziell gefährden", so der Schatzmeister weiter. Bosselmann geht davon aus, dass nach zwei turbulenten Jahren nun etwas Ruhe einkehrt.

Das sieht Pinnows Bürgermeister Andreas Zapf genau so. Er kennt das Urteil, schriftlich liegt es der Gemeinde jedoch noch nicht vor. Zapf betont, dass es nie darum ging, den Flugsport oder den Fliegerclub aus Pinnow zu vertreiben. "Die Regelungen sind aber in sich widersprüchlich. Da muss sich etwas ändern." Zapf ist zudem der Auffassung, dass der 2004 geschlossene Vertrag den Fliegerclub im Vergleich zu den anderen in Pinnow ansässigen Vereinen bevorteilt. "Auch deshalb müssen wir hier etwas tun", meint der Bürgermeister. Als nächstes werde die Gemeindevertretung das Urteil auswerten. Im neuen Jahr werde es Gespräche mit dem Vorstand des Fliegerclubs geben, ein erstes Treffen habe bereits stattgefunden.

Auch bei den Mitgliederzahlen im Aufwind

Das Urteil des Landgerichts ist aber nicht die einzige gute Nachricht für die Mitglieder und Freunde des Fliegerclubs. Der Verein hat auch in Sachen Mitgliederzahlen Positives zu vermelden. "Wir haben trotz des laufenden Verfahrens unsere Vereinsarbeit in den Bereichen Segelflug, Motorflug und Modellsport kontinuierlich fortgeführt und viele neue Mitglieder gewonnen", berichtet Maik Bosselmann. Der Fliegerclub hat derzeit mehr als 100 Mitstreiter, 14 davon sind jünger als 18 Jahre.

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