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Ideenskizze für Krankenhaus : Flensburger Diako plant Abriss und Neubau

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Wie geht es mit der Flensburger Diako weiter? Das Projekt „Vision 2020“ skizziert mögliche Wege zu einem neuen Krankenhaus auf dem Gelände zwischen Knuthstraße und Marienhölzungsweg.

Flensburg | Das Projekt heißt zwar „Vision 2020“, doch Karl-Heinz Vorwig ist sich sicher, dass es viel mehr ist. Zwar noch keine konkrete Planung, aber eine feste Absicht, verbunden mit der Überzeugung, dass es sein muss. Und dass es geht: ein Neubau der Diako auf ihrem heutigen Gelände. Sicher ist hingegen, dass der kaufmännische Leiter des Krankenhauses den enormen Entwicklungsschritt nicht mehr als Mitglied des Vorstands erleben wird: Vorwig geht 2015 in Ruhestand.

Doch bis dahin möchte er das Jahrhundertprojekt auf den Weg bringen. Warum? Ein Blick auf das Luftbild oder eine Gebäudekarte sagt eigentlich schon alles: Die Diako ist ein völlig verschachteltes Konglomerat an Alt-, Mittel- und Neubauten, mit etlichen Anbauten und Erweiterungen und kaum noch Platz für neue Gebäudeteile. „Wir haben sechs Eingänge. Wir stehen auf ansteigendem Gelände, das heißt, die Ebenen ändern sich, was für viele Menschen ein Orientierungsproblem mit sich bringt.“ Es gibt sehr lange Wege, viele Abteilungen liegen nicht da, wo sie liegen sollten. Dazu kommt das schlichte Alter einiger Gebäude; der Riegel an der Knuthstraße stammt von 1899 beziehungsweise 1912. Ein ideales, modernes Krankenhaus sieht anders aus.

Der Vorstand hat mehrere Szenarien durchgespielt, darunter auch den Neubau „auf der grünen Wiese“, also freien oder freizuräumenden Grundstücken. Das alte Danfoss-Gelände im Norden, die frühere Handy-Fabrik von Motorola an der Husumer Straße, das neue Gewerbegebiet Peelwatt waren im Gespräch. Entscheidende Nachteile dieser Lösung: Keiner der Standorte liegt so zentral wie heute die Diako, und die Kosten für Grunderwerb und Erschließung müssen immer mit Eigenmitteln gedeckt werden, weil sie nicht förderfähig sind.

Vorwig berichtet, dass man natürlich auch einen eigentlich nahe liegenden Gedanken gedacht hat: „Wir sind zu den Maltesern gegangen und haben sie gefragt, ob man über einen gemeinsamen Neubau sprechen kann.“ Doch die Leitung des Franziskus-Hospitals ist zufrieden mit dem eigenen Standort und sieht genug Möglichkeiten, sich dort – nur wenige hundert Meter von der Diako entfernt – zu entwickeln und zu erweitern. Mithin bleibt es nach derzeitigem Stand bei einem Verbund der beiden Häuser, aber auch bei zwei Standorten.

Doch wie kann man ein neues Krankenhaus auf einem Gelände bauen, auf dem schon eines steht und in Betrieb ist? Da gab es in einem frühen Stadium der Planung eine sehr verwegene Idee: „Wir bauen im Stadtpark ein neues Krankenhaus und wenn es fertig ist, reißen wir die alte Diako ab und bauen dort einen neuen Stadtpark“, sagt Vorwig mit einem kleinen Schmunzeln im Gesicht. Die Idee hatte nicht allzu lange Bestand – nicht zuletzt, weil die erst in diesem Jahrhundert gebaute Psychiatrie nicht abgerissen werden dürfe.

Am Ende stand die Erkenntnis, dass ein Neubau im Krankenhaus-Dreieck aus Knuthstraße, Marienhölzungsweg und Duburger Straße der zu gehende Weg sei. Der Vorstand gab Studien bei mehreren Architekten und Klinikplanern in Auftrag. Drei von ihnen legten sehr unterschiedliche Entwürfe vor, die in einer zentralen Aussage deckungsgleich sind: Es geht. Eine Möglichkeit wäre, den ältesten Teil des Komplexes an der Knuthstraße, der heute nicht sehr intensiv genutzt wird, als erstes abzureißen, dort einen Neubau zu errichten und zu beziehen und dann schrittweise andere Teile zu beseitigen und durch neue Gebäude zu ersetzen. Die wären in jedem Fall kompakter und ideal miteinander verflochten. Am Ende wäre weniger Fläche bebaut als heute, so Vorwig.

Die Kirche als markantes Gebäude könne wohl stehen bleiben, auch das Haus Pniel an der Duburger Straße, die Psychiatrie und ein für dieses Jahr geplanter Neubau für 12 Millionen Euro. Alle Planer sehen einen neuen, repräsentativen Haupteingang, der eine an der Knuthstraße, der andere am Marienhölzungsweg. Alle trennen ihn von der Zufahrt zur Zentralen Notaufnahme. In einem Plan wird das Parkhaus durch zwei Tiefgaragen ersetzt, ein Planer verlagert den Schwerpunkt in das Zentrum des Dreiecks.

„Wir haben die Pläne im November dem Ministerium vorgestellt. Im ersten Halbjahr werden wir sie aufarbeiten und dann erneut nach Kiel fahren.“ Er rechne mit Baukosten in Höhe von 85 Millionen Euro, von denen das Land das Gros tragen soll. Die Gesamtbauzeit betrage sieben bis acht Jahre.

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erstellt am 04.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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