Flammen auf der Feuerwache

Tino Jubel (l.) und Philipp Gragert beim Schlauchkuppeln. Die beiden Schüler sind mit Begeisterung bei der Feuerwehr dabei. Dirk Behm
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Tino Jubel (l.) und Philipp Gragert beim Schlauchkuppeln. Die beiden Schüler sind mit Begeisterung bei der Feuerwehr dabei. Dirk Behm

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22. Mai 2010, 01:57 Uhr

Schwaan | Donnerstagabend, 19 Uhr: Auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan in der Rostocker Straße sind Kameraden aus allen Wehren des Amtes Schwaan zu einer Übung zusammengekommen. Auf einmal ertönen die Sirenen. Sofort steigt bei den Blauröcken der Adrenalinspiegel. Sie sind bereit, sofort aufzusitzen und zum Einsatz auszurücken. Gespann lauschen alle auf die Funkmeldung. "Überprüfung der Sirenen in Schwaan", dringt die knarrende Stimme des Disponenten in der Leitstelle aus dem Funkgerät. Ein Blick ins Rund zeigt: Die Anspannung fällt bei allen ab. "Wir wären aber schnell einsatzfähig gewesen", stellte Gruppenführer Sebastian Sparfeld launisch fest.

Also ist doch Zeit für die eigentliche Aufgabe des Abends. Mit Hilfe einer Brandschutzfirma aus Tessin werden Brände simuliert. Schließlich gibt es verschiedene Brandursachen und Brandherde. Bei der Übung kommen auch Brandbeschleunigern zum Einsatz. Die Kameraden lernen, wie sich sich am sichersten einer Feuerstelle nähern, welche Technik sie einsetzen und welches Löschmittel. Schließlich ist erstes Ziel, ein mögliches Feuer in kürzester Zeit zu löschen.

Über 60 Jugendliche, Frauen und Männer sind an diesem Abend auf dem Feuerwehrgelände dabei. Unter ihnen Tino Jubel und Philipp Gragert von der Schwaaner Jugendfeuerwehr. Die 14- bzw. 15-Jährigen sind seit knapp vier Jahren bei den Blauröcken und finden gerade solche Übungen sehr gut. "Wir können dabei eine Menge lernen und auch sehr viele Erfahrungen sammeln", sagte Tino Jubel, für den die Arbeit in der Feuerwehr eine Herzensaufgabe ist. "Ich will später einmal Leben retten. Das ist mein Ziel. Und dafür sind diese Übungen sehr gut." Phillip Gragert hat ebenfalls sehr viel Spaß an der Tätigkeit in der Jugendfeuerwehr. "Natürlich schaut man sich an solchen Abenden wie diesen eine Menge ab. Ich freue mich jetzt schon auf den Amtsausscheid. Da werden wir uns dann mit den anderen Wehren messen." Der Wettbewerb findet in diesem Jahr am 19. Juni in Göldenitz statt.

Mittlerweile riecht es auf dem Übungsgelände nach Benzin. Es knallt, es gibt Explosionen und viel Feuer. Den Frauen und Männern wird nicht nur deshalb richtig warm. Denn das Löschen erfordert höchste Konzentration und Aufmerksamkeit, es ist alles andere als ein "Spielplatz für große Kinder. Das war toll, was uns Jens Kerschke und sein Team an Technik mitgebracht und vorgeführt haben. Man lernt ja eigentlich nur in der Praxis. Deshalb sollte so ein Abend keine Eintagsfliege bleiben", sagte Schwaans Wehrführer Maik Baun.

Und so sind die Wehrleute des Amtes Schwaan auch für den nächsten Einsatz gut gerüstet, wenn die Sirene heult und der Pieper ertönt.

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