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Lokales

19. August 2017 | 14:54 Uhr

Fischwilderer auf dem Kritzower See

vom

Broock | Grausige Entdeckung im Kritzower See: Angler sind einem Fischwilderer auf die Schliche gekommen, der in dem Gewässer illegal ein Stellnetz postiert hatte. Roland Warnke und Sven Hamann, Mitglieder des Broocker Angelvereins, waren zum Spinnfischen auf dem See, als sich ein Haken an etwas auf dem Grund verfing. Doch was da an der Angel zappelte, war weder Fisch noch Angelgeschirr, wie die beiden Angler zunächst vermuteten. "Das war ein grausiger Anblick. Es war weit mehr als nur Sehne", erinnert sich Warnke. An Bord zogen die beiden Männer ein ganzes Netz inklusive zweier darin verendeter Karpfen. Das etwa 25 Meter lange Stellnetz - ein klarer Fall von Fischwilderei. "Wir sind froh, dass hier kein Fischer drauf ist und der See sich erholen kann und jetzt sowas", sagt Warnke empört. Den See haben die Angler von der Fischerei Müritz Plau GmbH gepachtet. Nun bedrohen Fischwilderer den Bestand. Warnke hat den Vorfall bei den Müritzfischern gemeldet und bei der Wasserschutzpolizei Anzeige gegen unbekannt erstattet. Den Tätern drohen nun strafrechtliche Konsequenzen. In Härtefällen können die gar bis zu einer Haftstrafe gehen, sagt Polizeihauptmeister Karl-Heinz Prahl von der Wasserschutzpolizei Plau. Ihm zufolge können solche Stellnetze zu einer regelrechten Todesfalle werden, die den Fischbestand ernsthaft bedroht. Auftriebskörper an der Oberkante sorgen dafür, dass sich das Netz zwei Meter hoch über dem Seegrund aufspannt. Verfangen sich Fische darin, sinkt das Netz auf den Grund, sind die Fische zersetzt, richtet es sich aber wieder auf und wird erneut zur Bedrohung - und das über Jahre hinweg.

Ob sein Fund das einzige illegale Netz im Kritzower See ist, darüber kann Roland Warnke nur Vermutungen anstellen. "Wer weiß, was da noch so alles drin ist", so der Angler. Fest steht: Die Fischwilderei im Kritzower See ist kein Einzelfall. Erst im August wurde ein Stellnetz im Petersdorfer See gefunden, darin 50 tote Fische. Karl-Heinz Prahl appelliert daher an alle Angler und Wassersportler: "Wenn ihnen soetwas auffällt oder sie auch nur einen Verdacht haben, sollen sie uns Bescheid geben." Die Wasserschutzpolizei in Plau am See ist unter der Rufnummer 038735/ 44389 zu erreichen.

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erstellt am 01.Sep.2010 | 07:05 Uhr

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