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Lokales

23. August 2017 | 02:48 Uhr

Fischsterben: Angler sitzen auf den Kosten

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Brüel | Am Ende des Sommers kämpfen die Angler in Mecklenburg-Vorpommern immer noch mit den Folgen des Fischsterbens im vergangenen Winter. Um die Kosten für die Entsorgung von 50 Tonnen Fischkadavern ist ein Streit mit den eigentlich zuständigen Landkreisen entbrannt. Die wollen die 15 000 Euro nicht bezahlen, die der Landesanglerverband vorgestreckt hat. Dabei sehen sich die Angler als Naturschützer, denn das Einsammeln der toten Fische hat den Behörden Geld gespart.

In der Brüeler Region hatten die Petrijünger wie vielerorts nach dem Winter viele tote Fische aus dem Bullensee und aus dem Plümpersee gesammelt. Es waren große Hechte, stattliche Brassen und 50 bis 60 Zentimeter große Schleie darunter, berichtete gestern Fred Käther, Vorsitzendender des Anglervereins Roter See. Während die Brüeler die Kadaver kostenlos entsorgen konnten, mussten andere Entsorgungsfirmen einschalten. Der Landesanglerverband MV mit Sitz in Görslow hat mittlerweile Belege über die Entsorgung von 50 Tonnen toter Fische gesammelt, sagt Geschäftsführer Axel Pipping. Real dürften erheblich größere Mengen angefallen sein.

Die Gewässer im Land waren vom Fischsterben im vergangen strengen Winter unterschiedlich betroffen, sagt Pipping. Allein vom Großen Basepohler See (LK Demmin) sammelten die Angler 22 Tonnen Fischkadaver ab.

"Der Landesverband hat sofort reagiert", so Pipping. Ungeachtet der Reaktion in den Landratsämtern sei ein Sonderfonds von 65 000 Euro gebildet worden. Dadurch konnte die fachgerechte Entsorgung der Kadaver erst einmal bezahlt und der Nachbesatz gesichert werden.

Doch bis heute ist unklar, wer wirklich für die Kosten aufkommen muss. Der Anglerverband hatte auf eine Anfrage beim Landwirtschaftsministerium die Antwort erhalten, dass die Verantwortung bei den Kreisen und Städten, speziell bei den unteren Abfallbehörden, liegt, so Pipping. Die Landkreise hätten das aber zurückgewiesen. Derzeit prüfe ein Jurist im Auftrag der Angler die rechtliche Situation. "Es gibt keine eindeutige Regelung", so Pipping.

Eine eindeutige Regelung für die Zukunft ist nötig, so Pipping, wenn es wieder zu einem solchen Fischsterben wie im vergangenen Winter kommen sollte.

Die Fische waren durch Sauerstoffarmut im Wasser verendet. Durch die Schneemassen auf dem Eis kam kein Licht durch und so die Photosynthese der Wasserpflanzen zum Erliegen. Zudem war das Eis auf Grund der Witterung nicht durchsichtig, sondern milchig. Betroffen waren vor allem kleine, flache Gewässer, die keinen Zu- und Abfluss besitzen, erklärte der Anglerchef. An Seen mit Totalausfall soll der Neubesatz intensiviert werden, kündigte Pipping an. Für den Fischbesatz von 6500 Hektar gepachteten Seen im Land gibt der Verband im Jahr rund 180 000 Euro aus.

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erstellt am 16.Aug.2010 | 07:21 Uhr

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