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Lokales

24. September 2017 | 08:56 Uhr

Fische zählen am Umflutkanal

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erstellt am 09.Jun.2010 | 07:50 Uhr

Bützow | Vorsichtig heben Anne Janßen und Dennis Gräwe die Reuse aus dem Wasser. Kleine Barsche und Ukelei zappeln im Netz. Vorsichtig kippen sie die Fische in eine Wanne mit Wasser. Im Auftrag des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur (StAUN) zählen Mitarbeiter des Bützower Instituts biota die Fische im Umflutkanal. Ein Jahr lang läuft dieses Projekt.

Als vor zwei Jahren die neue Brücke errichtet wurde, verschwand die alte Wehranlage und ein Fischaufstieg wurde errichtet. "Ziel ist es, die Durchlässigkeit von Flussläufen zu erhöhen", sagt Dennis Gräwe. Fische wandern flussaufwärts, um sich u.a. Laichplätze zu suchen und neue Lebensräume zu erschließen. "Einige Fische aus der Ostsee und aus Flüssen wandern dafür kilometerweit", erklärt Gräwe.

"Wir haben biota in diesem Jahr mit Effizienzuntersuchungen des Fischaufstiegs beauftragt. Dreimal eine Woche lang halten die Mitarbeiter fest, wie viele Fische und welche Arten den Fischaufstieg überwinden", erklärt StAUN-Sprecherin Anke Streichert. Ziel sei es, wissenschaftlich das Wanderverhalten zu untersuchen und auch, wie effizient die Fischaufstiegsanlage funktioniert. Im Mai erfolgte die erste Untersuchung, in dieser Woche die zweite. Ein drittes Mal werden die biota-Mitarbeiter im Herbst im Einsatz sein.

Zurück zum Umflutkanal. Auf einem Messbrett ermittelt Dennis Gräwe die Länge des Fisches und bestimmt das Geschlecht sowie die Laichreife. Anne Janßen registriert alles in einer Tabelle. In diesen Tagen ist vor allem der Ukelei in großer Anzahl am Wehr zu finden.

Neben den Fischen in der Reuse untersuchen die biota-Mitarbeiter aber auch das Fischaufkommen unterhalb des Fischaufstiegs. Dazu benutzen sie einen Kescher, der an einen Generator angeschlossen ist. Mit rund 300 bis 500 Volt werden die Fische kurzzeitig betäubt und dann mit dem Kescher eingefangen. "Wenn wir sie dann ins Wasserbecken gleiten lassen, sind sie ganz schnell wieder bei sich", versichert Gräwe. Nach dem Messen werden sie sofort wieder freigelassen. "Bei unseren bisherigen Untersuchungen haben wir 17 verschiedene Fischarten registriert", erzählt Dennis Gräwe. "Aal, Bachforelle, Döbel, Rotfeder, Steinbeißer, Plötze, Fluss- und Kaulbarsch."

Doch nicht nur die Daten zu den Tieren finden Eingang in die wissenschaftliche Untersuchung. Festgehalten werden auch die Luft- und die Wassertemperatur, der pH-Wert, der Sauerstoffgehalt und die Fließgeschwindigkeit. "Es gibt leistungsfähigere Fischarten wie die Forelle, die auch starke Gegenströme überwinden" erklärt Gräwe. Andere seien nicht so schwimmstark, sollen aber auch den Anstieg meistern.

Das Treiben der Biologen blieb nicht unbemerkt. Gestern tauchte z.B. Gerd-Rainer Ziems von der Fischereiaufsicht auf. Er konnte sich überzeugen, dass alles seine Ordnung hat.

Mehrmals täglich werden die Reusen am Umflutkanal und am Zulauf zum Bützower See kontrolliert und deren Inhalt ausgewertet. Bis morgen, dann baut biota Fangnetze und Reusen wieder ab, bis zum Herbst, dann ist die Laichzeit u.a. der Forelle.

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