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Schwerin lenkt 500 000 Euro aus Stadtfirmen um : Finanztricks sollen Staatstheater retten

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Das Mecklenburgische Staatstheater bleibt in der Schuldenfalle: Nur wenn die Schlossfestspiele erfolgreich verlaufen, kann die diesjährige Spielzeit ohne Verluste abgeschlossen werden.

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erstellt am 08.Jun.2011 | 05:53 Uhr

Schwerin | Das Mecklenburgische Staatstheater bleibt in der Schuldenfalle: Nur wenn die Schlossfestspiele mit der Sommeroper "Der Freischütz" erfolgreich verlaufen, kann die diesjährige Spielzeit - dank zusätzlicher Zuschüsse von 980 000 Euro - ohne Verluste abgeschlossen werden. Für die neue Spielzeit fehlen 922 000 Euro. Das Land, das bislang immer finanziell aus der Not geholfen hatte, will Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow zufolge jetzt kein zusätzliches Geld ins Staatstheater stecken. So muss die Stadt selbst helfen - und greift dabei auf Tricks zurück.

Das Wirtschaftsjahr des Theaters soll von der Spielzeit - August 2011 bis Juli 2012 - aufs Kalenderjahr umgestellt werden. Damit fallen in diesem "Rumpfgeschäftsjahr" von August bis Dezember nur noch 500 000 Euro Defizit an. Das Positive: Über Zuschüsse für 2012 muss man erst später reden.

Harter Winter hilft städtischer Bühne

Um jetzt die halbe Million Euro zahlen zu können, greift die Oberbürgermeisterin auf die kommunalen Betriebe zurück - wenn denn die Stadtvertreter damit einverstanden sind. Der harte Winter hat sowohl den Stadtwerken ungeplante höhere Umsätze verschafft, ebenso wie dem Nahverkehr, den angesichts von Schnee und Eis mehr Fahrgäste genutzt haben. 230 000 Euro sollen daher vom Nahverkehr kommen - auf eine eigens eingerichtete Haushaltsstelle -, der Rest von den Stadtwerken. "Wir müssen über den 4. September kommen", gibt die OB mit Blick auf die Landtagswahl unumwunden zu. Damit steht sie nicht allein. Die erhofften Haustarife am Staatstheater - auch die Personalkosten sorgen für das steigende Defizit - gibt es vorerst nicht. Die Gewerkschaften sind erst nach der Landtagswahl verhandlungsbereit.

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