Finanznot im Roggendorfer Tierheim

Ohne das Tierheim würden auch diese Welpen auf der Straße sitzen, Tierheimchefin Annette Herbing bittet um finanzielle Unterstützung. Foto: Iris Weiß
Ohne das Tierheim würden auch diese Welpen auf der Straße sitzen, Tierheimchefin Annette Herbing bittet um finanzielle Unterstützung. Foto: Iris Weiß

Seit fast zwei Jahrzehnten kümmert sich das Roggendorfer Tierheim um abgegebene und ausgesetzte Vierbeiner. Nun braucht die Einrichtung selbst dringend Hilfe, denn aufgrund der Finanzlage droht dem Tierheim die Schließung.

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16. Dezember 2008, 12:52 Uhr

Roggendorf | Seit 18 Jahren hangelt sich das engagierte Team des Roggendorfer Tierheimes am Rand der Existenz entlang. Zahlreiche Spenden, die Unterstützung der Tierschutzorgansation "aktion tier - menschen für tiere e.V." sowie die Verträge mit einigen Ämtern und Städten haben knapp für die Versorgung der Tiere gereicht. Jetzt reicht es nicht mehr. "Vor gut zehn Jahren hatten wir eine Erbschaft von damals noch 40 000 Mark gemacht. Von diesem Geld hatten wir Jahr für die Jahr die Finanzlücken ausgeglichen. Leider gab es jedes Jahr welche, so dass unsere Rücklage jetzt verbraucht ist. Dazu kommen explosionsartig gestiegene Tierarztkosten", erklärt Tierheimchefin Annette Herbing.

Insbesondere in diesem Jahr haben sich die Menschen bevorzugt von ihren alten und kranken Tieren getrennt und sie einfach ausgesetzt. "Im Tierheim werden sie erst einmal untersucht. Doch jede Diagnose, jedes Blut abnehmen, jedes Röntgenbild kostet Geld", sagt Herbing. Steht die Diagnose fest, fehlen manchmal nur die richtigen Tabletten, damit aus dem kranken Tier wieder ein fröhlicher Hund wird. Doch das Tierheim bleibt auf den Kosten sitzen.

Dazu kommen die gestiegenen Energiekosten. Dabei fällt dem Team jetzt so langsam das marode Wasserleitungs- und Energiekabelsystem der ehemaligen Gärtnerei auf die Füße. "Wir hatten in diesem Jahr einen unterirdischen Wasserschaden. Ein Rohr war durchgerostet und so ist über längere Zeit unbemerkt Wasser weggeflossen. Wir notieren jetzt zwar täglich unsere Verbrauchsstände, um solche Überraschungen zukünftig zu vermeiden, aber aktuell haben wir eine sehr hohe Wasserrechnung zu bezahlen", seufzt die Chefin, denn das ist nicht die einzige Rechnung auf ihrem Tisch. Ein Hund mit Lungenentzündung kann im Winter nicht draußen im Zwinger bleiben, er braucht eine warme Hütte. Im vergangenen Winter wurde deshalb ein Container mit Strom geheizt. Um diese extra teure Variante in diesem Jahr zu vermeiden, wurde auf dem Sommerfest nur für die Anbindung des Containers an die bestehende Kohleheizung Geld gesammelt. Es hat nicht gereicht, um die Handwerker-Rechnung zu begleichen, obwohl alle Vorarbeiten von den Mitarbeitern im Tierheim selbst gemacht wurden. Auch die neuen Zwingeranlagen, gefördert durch das Landwirtschaftsministerium, kommen dem Tierheim teuer zu stehen. "Ursprünglich hieß es, dass der Eigenanteil abgearbeitet werden kann, dann musste er aber plötzlich ausbezahlt werden", erklärt Herbing.

Gibt es keine weitere finanzielle Unterstützung für das Tierheim, muss es spätestens im ersten Quartal des nächsten Jahres geschlossen werden. "Viele Menschen spenden uns Futter, das ist wichtig, aber wir haben außer dem Futter auch noch andere Kosten, die beglichen werden müssen, deswegen ist uns eine planbare regelmäßige Einnahme wichtig", appelliert Herbing an alle Menschen, die helfen wollen, doch möglichst eine Mitgliedschaft im Tierschutzverein Roggendorf aufzunehmen. Die kostet 35 Euro im Jahr und wird direkt für den Betrieb des Tierheimes verwendet. "Ich selber werde jetzt Klinkenputzen gehen", so die Tierheimchefin und hofft auf Unterstützung, um das Tierheim doch noch zu retten.

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