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Lokales

25. September 2017 | 15:33 Uhr

Finanzielle Not macht Hohen Pritz heiratslustig

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erstellt am 08.Okt.2010 | 06:39 Uhr

Hohen Pritz/Dabel | "Wenn es so um uns steht, dann müssen wir wahrscheinlich schon früher zusammengehen", meinte am Donnerstagabend die Bürgermeisterin von Hohen Pritz, Britta Täufer, hinsichtlich einer angedachten Fusion mit der Gemeinde Dabel zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2014.

Vorausgegangen war ein Bericht vom Kämmerer des Amtes Reinhard Dally, der den anwesenden Gemeindevertretern zum Stand des laufenden Haushaltes berichtet, der aktuell bei allen Unsicherheiten noch recht gut aussehe, so Dally. Noch können die Hohen-Pritzer ordentlich investieren, noch auf fünfstellige Rücklagen verweisen.

Problematisch werde es in Hohen Pritz vermutlich erst 2012. Dann seien sämtliche Reserven für den Haushaltsausgleich aufgebraucht und die Gemeinde müsse den Versuch unternehmen, dann anstehende Fehlbeträge mittels eines Haushaltskonsolidierungskonzeptes auszugleichen. Was auch auch nicht ausschließt, dass Grundsteuern A und B angehoben werden könnten, was wiederum die Einwohner und Gewerbetreibenden der Gemeinde bares Geld kosten wird.

"Nach derzeit geltender Rechtslage erhalten laut Finanzausgleichsgesetz Kommunen unter 500 Einwohnern ab dem 1. Januar 2012 keine Schlüsselzuweisungen mehr und erhalten darüber hinaus keinerlei Gelder aus dem Aufbaufonds bzw. Sonderbedarfszuweisungen", erläuterte Reinhard Dally. Und Hohen Pritz hat gerade einmal 470 Einwohner. Reinhard Dallys Rat: "So schnell wie möglich fusionieren!"

"Uns war deshalb klar, dass wir mit einer anderen Kommune zusammengehen müssen, haben einen derartigen Schritt aber zum Ende der Wahlperiode angestrebt. Und wir waren für jede Gemeinde für Gespräche offen. Doch angesichts der Zahlen müssen wir wohl oder übel schon früher etwas tun", sagte Britta Täufer. Zugleich kündigte sie an, dass sich auf Anregung von Herbert Rohde, Bürgermeister der Gemeinde Dabel, schon in der kommenden Woche die Spitzen beider Gemeinden zu ersten Gesprächen treffen werden.

Auch für Dabels Bürgermeister Herbert Rohde sind diese Gespräche ein erster ernster Schritt beider Kommunen aufeinander zu. Für beide habe eine Ehe finanzielle Vorteile und er wisse, dass seine Gemeindevertretung einem solchen Schritt offen gegenüber steht. Zumal es enge Verbindungen auf vielen Gebieten gibt. "Der Reiterhof Hohen Pritz unternimmt Fahrten mit Urlaubern aus Dabel, die Hohen-Pritzer sind bei unserem Karnevalsverein dabei und umgekehrt nutzen etliche Dabeler die Mini-Golf-Anlage in der Nachbargemeinde. Und auch die Feuerwehren pflegen seit Jahren eine enge Zusammenarbeit", schätzt er ein. Insgesamt würden sich beide Kommunen sehr gut ergänzen: Dabel mit seiner Wirtschaft und ordentlichen Infrastruktur und Hohen Pritz mit seinem Schwerpunkt Tourismus.

Dabel hat derzeit ca. 1450 Einwohner, zwar aktuell einen ausgeglichen Haushalt, muss aber 2011 wahrscheinlich auch die Rücklagen anfassen, so der Kommunalpolitiker.

Überdachung eines Grillplatzes

Noch diskutierten am Donnerstagabend die Hohen-Pritzer Gemeindevertreter über die Investitionen für den Haushalt des kommenden Jahres. Und hier gab es einige Wünsche. So soll eine Badeleiter installiert, in Kukuk diverses altes Spielgerät durch Neuanschaffungen (Schaukel, Wippe, ein kleines Spielhaus) ersetzt und auch Winterdiensttechnik angeschafft werden.

Aufgenommen werden soll in die Planungen auch die Überdachung des Grill- und Spielplatzes in Kukuk. Kosten von rund 10 000 Euro stehen dafür an. Doch Reinhard Dally nickte wohlwollend: "Noch könnt ihr euch das leisten. Noch!".

Eine Investition für Kinder, der die Gemeindevertreter schon zustimmten und die auch nicht viel Geld kostet, ist der Bau eines zweiten Spielhügels durch den eine Tunnelröhre führt. Hierfür soll all das Erdreich benutzt werden, dass beim demnächst beginnenden Bau des Radweges anfallen wird.

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