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Lokales

23. August 2017 | 21:46 Uhr

"Fiasko" am Rudower See

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Lenzen | Der seit mehr als zehn Jahren geplante und immer wieder ins Gespräch gebrachte Rundweg um den Rudower See bleibt blanke Theorie. Zwei Gründe gibt es dafür: Einerseits verweist Bürgermeister Christian Steinkopf regelmäßig auf die dafür fehlenden Mittel. Andererseits gibt es mittlerweile eine Reihe von Privatgrundstücken, die bis an das Ufer heranreichen. Ein Beispiel dafür sind zwei Blockhäuser in der Nähe des Campingplatzes. Sie sind weiträumig eingezäunt, Spaziergänger müssen den Uferbereich verlassen und landeinwärts einen Umweg einplanen. An der Rechtmäßigkeit der Bauten werden mehrfach Zweifel geäußert, unsere Redaktion fragte deshalb beim Landkreis nach. Die Antwort: Alles ist rechtens.

Zwar gibt es für beide Blockhäuser und die Einzäunung weder einen Bauantrag noch eine Genehmigung, aber die sei auch gar nicht notwendig, "da die Baumaßnahmen dem forstwirtschaftlichen Betrieb dienen und nach Paragraf 55 Abs. 2 (2) der Brandenburgischen Bauordnung genehmigungsfrei sind", erklärt Christiane Lange von der Bauaufsicht. Allerdings gibt es Vorschriften zur Gestaltung der Gebäude. So dürfen diese keine Feuerstätte haben, nicht unterkellert sein, nicht mehr als 150 Quadratmeter Grundfläche und nicht mehr als fünf Meter Höhe haben, sagt Christiane Lange. Die zuständigen Mitarbeiter der Bauaufsicht würden regelmäßige Kontrollen durchführen und stünden in Kontakt mit der zuständigen Revierförsterei. Das Amt Lenzen-Elbtalaue wurde im November 2010 seitens der Bauaufsicht informiert, dass bei der durchgeführten Kontrolle im Oktober keine abweichende Nutzung festgestellt wurde, sagt Lange weiter. Die Kontrolle im April 2011 habe kein anderes Ergebnis gebracht.

Was unter anderem den Tourismusverband Lenzen besonders stört, ist die bis ans Wasser heranreichende Einzäunung der Privatfläche. Vorsitzender Rolf Fastnacht verweist gegenüber unserer Redaktion auf Beispiele, wo Grundstückseigentümer behördlich aufgefordert wurden, Bauten in Ufernähe abzureißen. In Brandenburg muss ein 50 Meter breiter Schutzstreifen zum Ufer eingehalten werden. Im Fall des Zaunes an den Blockhütten treffe das aber nicht zu, da es sich um einen Wildzaun handele. Dessen Errichtung sei ebenfalls genehmigungsfrei. Die Notwendigkeit der Einfriedung ergebe sich aus dem Anbau von Sonderkulturen wie Eichen, Buchen, Douglasien, die dort vor Wildverbiss zu schützen seien. Über die Wiederaufforstung könne sich jeder selbst ein Bild machen, kommentiert Rolf Fastnacht ironisch. Er spricht von einem einzigen "Fiasko". "Die zunehmende Bebauung am See ist schädlich für den Tourismus in Lenzen, der wird sich davon nicht erholen können", sagt er. Insbesondere Bauten bis ins Wasser hinein, wolle der Verein nicht hinnehmen und weiter dagegen vorgehen.

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erstellt am 03.Jun.2011 | 07:54 Uhr

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