Diebstähle in Borkow, Mustin und Wendorf : Feuerwehren ohne Motorkettensägen

Günther Tost, Maschinist in Borkow, am Tor, durch das die Einbrecher kamen. Die Täter hatten mit Gewalt auch einen  schweren Riegel verbogen. Michael Beitien
Günther Tost, Maschinist in Borkow, am Tor, durch das die Einbrecher kamen. Die Täter hatten mit Gewalt auch einen schweren Riegel verbogen. Michael Beitien

Kettensägen der Feuerwehren im Bereich Sterneberg wurden in der Nacht zum Montag gestohlen. Bei Windbruch und umgefallenen Bäumen können die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr keine Hilfe mehr leisten.

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23. November 2010, 08:28 Uhr

Sternberg | "Wir kommen langsam in die Windbruchzeit", sagt Mustins Bürgermeister Berthold Löbel. "Wir sind aufgeschmissen". Bei Windbruch und umgefallenen Bäumen können die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Mustin keine Hilfe mehr leisten, so Löbel. Langfinger haben in der Nacht zum Montag die beiden Kettensägen der Feuerwehr gestohlen.

Von einer "Riesenschweinerei" sprach gestern der Sternberger Ordungsamtsleiter Eckardt Meyer. Unbekannte Täter hatten in der gleichen Nacht in drei verschiedene Feuerwehrhäuser im Amt Sternberger Seenlandschaft eingebrochen und dort mehrere Kettensägen gestohlen.

In Kuhlen entwendeten die Diebe eine Kettensäge aus einem Einsatzfahrzeug. Der Schaden wird auf rund 1000 Euro geschätzt. Vom gleichen Wert ist das Werkzeug, das aus dem Borkower Gerätehaus verschwand. Mit 1500 Euro wird das Diebesgut geschätzt, das aus dem Einsatzfahrzeug in Mustin verschwand.

In allen drei Fällen drangen die Täter gewaltsam in die Feuerwehrhäuser ein, zweimal über ein Rolltor, in Borkow durch ein Holztor. Aufgrund der zeitlichen sowie örtlichen Nähe und der Ähnlichkeiten in der Begehungsweise geht die Polizei davon aus, dass alle diese Einbrüche durch dieselben Täter begangen wurden.

Er hoffe, dass die Einbrecher nicht allzuviel Freude mit dem Diebesgut haben, so Eckardt Meyer. Sämtliche Motorkettensägen und auch die Bootsmotoren der Feuerwehren des Landkreises Parchim wurden im vergangenen Jahr codiert, so dass sich diese Technik schnell zuordnen lässt, wenn sie wieder auftaucht.

Selbst die Codierung habe aber offensichtlich vor Diebstahl nicht geschützt, meinte Sternbergs Amtswehrführer Olaf Schröder. Die Einsatzbereitschaft sei geschwächt, so Schröder. Wenn jetzt ein Sturmschaden entsteht, müsse die Nachbarwehr alarmiert werden. Es sei aber ohnehin üblich, dass sich die Wehren untereinander helfen.

Borkows Maschinist Günther Tost informierte am Montagabend nach dem Entdecken des Diebstahls die Rettungsleitstelle, dass die Wehr momentan nicht mit einer Kettensäge ausrücken kann. Die Kameraden werden aber mit anpacken, Bäume von der Straße zu räumen, wenn Nachbarwehren die Säge ansetzen müssen, sagte er.

Damit die Wendorfer Wehr trotzdem einsatzbereit ist, will einer der Kameraden erst einmal seine private Kettensäge mitbringen, wusste Eckardt Meyer. Die Mustiner bemühen sich über die Versicherung um Geld für eine Neuanschaffung, erklärte Berthold Löbel.

Vergangene Woche gab es bereits einen Einbruch in ein Feuerwehrgerätehaus in Klütz, wo die Diebe es ebenfalls auf Kettensägen abgesehen hatten. Doch dass in einer Nacht gleich in mehrere Gerätehäuser eingebrochen wird, gab es seit Jahren nicht mehr in Westmecklenburg, sagte gestern Polizeisprecher Niels Borgmann.

Die meisten Feuerwehren im Amt Sternberger Seenlandschaft hatten in den vergangenen Jahren Ruhe vor Langfingern. Eckardt Meyer, der die Sternberger Feuerwehr leitet, kann sich aber auch noch an einen Einbruch vor ein paar Jahren erinnern, als in Sternberg neben der Motorkettensäge auch noch die Funkgeräte gestohlen wurden. Borkows Maschinist Günther Tost ärgert sich indes, dass bei seiner Wehr innerhalb der letzten Jahre schon die zweite Motorkettensäge gestohlen wurde.

Die Polizei sucht nach Zeugen, die sachdienliche Hinweise über die Einbrüche in Wendorf, Borkow und Mustin geben können. Hinweise nimmt die Polizei in Sternberg unter Telefon 03847-43270 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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