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Lokales

23. September 2017 | 04:04 Uhr

Feuerwehr erteilt Gewerbeverein Hausverbot

vom

svz.de von
erstellt am 25.Nov.2011 | 12:21 Uhr

Dicke Luft im Ostseebad. Zwischen der Freiwilligen Feuerwehr und dem Handels- und Gewerbeverein (HGV) kracht es heftig. Der Streit ist in ein Hausverbot gemündet, das Wehrführer Jens Michael telefonisch erteilt hat. Den Anruf hat HGV-Vorstand Jörg Drenkhahn erhalten. Hintergrund der Fehde sind Gerüchte, durch die sich die Mitglieder der Feuerwehr verunglimpft fühlen. Erzählt wird im Ostseebad, dass die Wehr von Spenden einen Getränkewagen gekauft habe - und angeblich haben Mitglieder des Gewerbevereins das verbreitet. Bei dem Geld soll es sich um Spenden für die Jugendfeuerwehr handeln, die vom Leuchtturmverein gesammelt wurden. Doch diese Summe sei keineswegs in den Kauf eines Getränkewagens geflossen, sagt der Chef der Wehr. Das wäre gar nicht gegangen, denn dieses Geld sei erst vor zwei Tagen überwiesen worden, bestätigte Gerhard Lau, Chef der Leuchtturmmänner.

Drenkhahn versichert, dass er nicht weiß, woher die Gerüchte kommen. Der Stachel sitzt tief. "Einem Handels- und Gewerbeverein spricht man kein Hausverbot aus, da stehen 90 Mitglieder und 200 Arbeitskräfte hinter", sagt er und plädiert für ein gemeinsames Gespräch mit einem Schlichter, damit sich die Beziehungen wieder verbessern. Rasch müsste es ein positives Ergebnis geben. Sonst könnte die gute Tradition, dass der Weihnachtsmann mit der Feuerwehr nach Warnemünde kommt, in diesem Jahr gebrochen werden. Denn Wehrführer Michael lehnt derzeit eine Zusammenarbeit ab. Sofort nach dem Hausverbot informierte er das Brandschutz- und Rettungsamt über die Situation. Auch darüber, dass die Wehr den diesjährigen Weihnachtsmarkt von Warnemünde nicht unterstützen werde. "Wir haben andere Aufgaben als Feuerwehr, es steht eine größere Übung an, auf die wir uns vorbereiten müssen", sagt er. In einer Abstimmung hätten sich die Kameraden gegen eine Beteiligung ausgesprochen. "Unsere Mitgliederversammlung hat so entschieden. Es gibt niemanden, der diesen Beschluss rückgängig machen oder ändern kann", so Michael.

Dietmar Vogel, Vorsitzender des HGV, hat nach eigenen Angaben erst gestern vom Streit erfahren. "Von diesen Vorwürfen distanziere ich mich. Ich finde es aus politischen Gründen wichtig, dass die Feuerwehr beim Warnemünder Weihnachtsmarkt mitmacht", sagt er.

Uwe Walter, kommissarischer Amtsleiter des Brandschutz- und Rettungsamtes, möchte die Sache aus der Ferne nicht bewerten. "Wenn die Feuerwehr der Ansicht ist, dass sie wegen Ausbildungen und anstehenden Übungen den Weihnachtsmarkt nicht mehr oder nicht so wie früher betreuen will, so ist das hinzunehmen", sagt er. Er will er heute mit allen Beteiligten telefonieren. "Vielleicht kriegen wir den kleinsten gemeinsamen Nenner erreicht", sagt er. Walter betont, dass er nicht befugt sei, eine Unterstützung des Weihnachtsmarktes anzuweisen.

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