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Lokales

13. Dezember 2017 | 16:15 Uhr

Feuertüren und Brandabschnitte

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erstellt am 04.Apr.2011 | 06:20 Uhr

Prignitz | Wenn die Prignitzer Feuerwehren mit dem Stichwort "BMA-Auslösung" auf den Piepern zu Altenpflegeeinrichtungen ausrücken, handelt es sich glücklicher Weise zumeist um Fehlalarme. Ausgelöst werden sie durch die nahezu flächendeckend vorhandenen Brandmeldeanlagen, kurz BMA, deren Rauchmelder auch Staub und Wasserdampf registrieren und den vermeintlichen Feueralarm ohne Zeitverlust zur Regionalleitstelle in Potsdam senden.

"So schaffen wir es im Normalfall innerhalb von höchstens zehn Minuten, meist schneller, zum Einsatzort", sagt Kreisbrandmeister Holger Rohde. Allerdings reichten bereits wenige Minuten, dass sich ein Schwelbrand zum Vollbrand entwickelt. "Aus diesem Grund spielen die Evakuierungskonzepte eine entscheidende Rolle, hier gibt es im Kreis eine intensive Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Trägern der Einrichtungen, um im Brandfall entsprechend handeln zu können. Denn die Feuerwehr allein kann nicht alle Bewohner in Sicherheit bringen, hier ist das Personal gefragt", betont Rohde.

Bei der Awo, die unter anderem in Wittenberge und Perleberg Seniorenpflegeeinrichtungen und -wohnanlagen betreibt, sind BMA Standard, Sprinkleranlagen gibt es aber nicht. "Die Auflagen der Bauverordnungen werden allesamt eingehalten, das betrifft Brandabschnitte, Schutztüren und Feuermelder", sagt Wolfgang Schulz, Geschäftsführer der Awo Prignitz. "Zudem setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, denn eine Evakuierung der Bewohner ohne professionelle Unterstützung ist kaum möglich."

Auch im evangelischen Seniorenzentrum Willi Kupas in Wittenberge setzt der Betreiber, der Landesausschuss für innere Mission (Lafim), auf BMA und darauf abgestimmte Schutzkonzepte. "Bei uns sind alle Bauanforderungen in Bezug auf Brandschutzwände, Türen und technische Anlagen erfüllt, und Brandenburg hat die höchsten Auflagen deutschlandweit", sagt Thomas Glaubitz, bei der Lafim zuständig für die Immobilienverwaltung. "Zusätzlich noch Sprinkleranlagen zu installieren würde einen unverhältnismäßigen Aufwand bedeuten, zumal das Hauptproblem ja nicht das Feuer selbst, sondern die Rauchentwicklung ist.

Geschäftsführerin Ulrike Bennewitz ergänzt: "Offenes Feuer ist weitgehend verboten, Rauchen nur auf der ,Raucherinsel gestattet. Außerdem liege unter jeder Matratze eine Rettugngsdecke, um immobile Bewohner schnell aus dem Gefahrenbereich bringen zu können. "Zwei jährliche Schulungen für das Personal, eine davon mit der Feuerwehr, vervollständigt das Schutzkonzept."

Ähnlich ist die Lage im DRK-Haus Lebenskreis Lenzen. "Vor zwei Jahren haben wir Brandschutztechnik im Wert von rund 200 000 Euro nachgerüstet, unter anderem eine BMA und Brandschutzklappen", so Hartmut Watschke vom DRK. In Verbindung mit dem entsprechenden Personalschlüssel und einem mit dem Kreis abgestimmten Brandschutzkonzept sei man auch ohne Feuerlöschanlage auf einem hohen Brandschutzstand, so Watschke.

"Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben", bestätigt Kreisbrandmeister Rohde. "Aber die hiesigen Konzepte in Verbindung mit hohen baulichen Standards bei den stationären Einrichtungen sind vergleichsweise gut." Zwar böten Sprinkleranlagen auch nach Rohdes Einschätzung einen Sicherheits- und Zeitgewinn, allerdings seien die Kosten dafür nicht unerheblich. "Und diese Kosten müssten zwangsläufig auf die zu pflegenden Personen umgelegt werden."

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