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Lokales

21. August 2017 | 01:12 Uhr

Festessen der ganz besonderen Art

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Klein Leppin | Festessen steht auf dem Einladungsschild, und so strömen am Sonnabendabend viele Besucher zum Klein Leppiner "Schweinestall", der sonst mit seinen Opernaufführungen Furore macht. Doch dass es "nur" an eine gedeckte Tafel geht, daran glaubt keiner der Gäste. Denn Einladende sind der Klein Leppiner Festland Verein und die Akademie der Künste Berlin. Und diese Partnerschaft verspricht nicht zum ersten Mal Kultur und Kunst der besonderen Art. Denn die Berliner Akademie hat mit dem Musikvermittlungsprojekt "ohrenstrand.net in Brandenburg" ein Netzwerk für neugieriges Hören geschaffen, dass das Interesse an der neuen Musik auch fernab der Kulturmetropole Berlin wecken soll.

Am Sonnabendabend geht es aber um weit mehr als Musik, ist es kein fertiges Stück, vielmehr "die Vorarbeit auf ein Essen", wie Festland-Vorsitzende Christina Tast beschreibt. Und so bekommen die Besucher mit ihrem Programmheft eine Karte des Dorfes, auf der verschiedene Stationen eingezeichnet sind, die sie aufsuchen sollen. "Nicht mehr genutzte Orte, die die Darsteller für sich erarbeiten, zu denen sie sich eigene Geschichten ausgedacht haben", beschreibt Christina Tast.

Rund 50 Akteure sind an dem Projekt beteiligt, haben organisiert, gekocht, miteinander geprobt. Unter den Darstellern sind viele Mädchen und Jungen aus Prignitzer Schulen. Sie haben dem "Festessen" ihre ganz eigene Note gegeben mit ihren Ideen und Reflexionen. Die Besucher erleben einen Mix aus Tönen, Tanz, Gestik und Mimik, aus Videobildern. Da klingen fast mystische Töne aus einem Laubbaum abseits des Weges, winden sich junge Mädchen schlangengleich um aufgefädelte Pilz stückchen, probt ein Chor, aber nicht Lieder, sondern Geräusche. Und das alles in der Abendsonne dieses Spätsommertages. "Festessen zeigt, was 20 Kinder zusammen mit wenigen Erwachsenen anstellen können, wenn sie eine Woche intensiv mit erfinden dürfen, sich Bewegung ausdenken, als Klangforscher an Mikrofonen herumstreifen und Orte mit Geschichte neu beleben", betont das künstlerische Leitungsteam. Zu dem gehören neben Projektleiterin Evelyn Hansen auch Choreografin Kathinka Walter und der musikalische Leiter Hannes Seidl, der auch für das Konzept verantwortlich zeichnet. Die Zuschauer erleben das jeder auf seine Weise, ganz nach Stimmung und der Möglichkeit, sich auf dieses ausgefallene Spiel einzulassen. Es macht Appetit auf mehr.

Am Ende treffen sich dann doch noch alle zum Festessen im Festspielhaus, dem ehemaligen Schweinestall. Besucher ebenso wie Akteure. Sie nehmen an wirklich festlich gedeckten Tafeln Platz und genießen die verschiedenen köstlichen Suppen.

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erstellt am 12.Sep.2010 | 05:28 Uhr

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