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Lokales

19. September 2017 | 15:42 Uhr

Fertigkost vom Sternekoch

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erstellt am 18.Okt.2010 | 06:47 Uhr

Laage | Im Sekundentakt drückt die Maschine den noch heißen Gemüsereis in die Verpackung. Immer genau 300 Gramm. Wenig später kommen in der Produktionshalle der Laager Firma "Schuhbecks Genießer-Service" frisch gebratene Hackfleischbällchen hinzu. "Folie rüber, alles auf zwei Grad Celsius herunterkühlen und ab zum Verkauf. Morgen liegt das Ganze schon als Fertiggericht im Kühlregal eines Supermarkts", beschreibt Heinz Seyr den weiteren Ablauf. Der 41-Jährige ist Geschäftsführer des Unternehmens, das in Laage Convenience-Produkte, also Fertiggerichte, produziert. Acht Millionen Portionen verlassen jährlich die Halle, zehn Millionen sollen es künftig sein.

"Sie müssen nur gut gemacht sein"

Mehr als 100 verschiedene Fertiggerichte haben die Laager auf der Speisekarte - vom Eintopf bis zum Dessert. Alle Rezepte sind vom Münchner Starkoch Alfons Schuhbeck persönlich abgenickt worden, auch seine Gewürze kommen zum Einsatz. Nicht zuletzt wird mit seinem Namen um die Gunst der Kunden geworben. Dass der Sternekoch mit seinem Geschäftspartner Seyr auf die Halle in Laage aufmerksam wurde, war Zufall. "Für unsere Produktionsstätte in Rosenheim lief gerade der Pachtvertrag aus." Für die Laager war das die Rettung. Drei Jahre zuvor hatte die auf Dressings spezialisierte Firma Bigfood das Tochterunternehmen der Fleischwarenfabrik "Die Rostocker" übernommen, ohne nach anhaltender Talfahrt in die Erfolgsspur zurückzufinden. "Damals wusste hier keiner, wie es weitergehen soll", sagt Karl-Heinz Wilken, der als Techniker und Hausmeister als die gute Seele des Unternehmens gilt. 60 Beschäftigte arbeiten in Laage. "Für uns war von Anfang klar: Fertiggerichte sind weltweit auf dem Vormarsch. Der Absatz boomt. Sie müssen nur gut gemacht sein", erklärt Seyr. Seine Convenience-Produkte liefert er nicht nur in Supermärkte, sondern auch an Edelrestaurants.

In der gehobenen Gastronomie des Landes gibt es unterschiedliche Auffassungen zur Verwendung von Convenience-Produkten. Guido Zöllick, Chef des Warnemünder Hotels "Neptun" und Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands, sagt: "Gewisse vorgefertigte Produkte wie Kartoffeln und Gemüse, die helfen uns schon, die können wir dann haustypisch verfeinern. Aber ein komplett vorgefertigtes Essen kommt bei uns niemals auf den Tisch." Noch konsequenter gibt sich Sternekoch Tillmann Hahn von der Yachthafen-Residenz "Hohe Düne". "Wir verzichten generell auf vorgefertigte Dinge."

Skandinavien als Zukunftsmarkt

In Laage laufen derweil die neuen Herbstmenüs vom Band: Hirschedelgulasch mit Gewürz-Rotkohl und Spätzle oder gebratene Entenbrust mit Kartoffelknödeln. Auch skandinavische Gerichte kommen aus Laage. Das sei einer der Zukunftsmärkte, sagt Seyr. Für dortige Abnehmer wird nicht nur nach einheimischen Rezepten gekocht, zum Beispiel die schwedischen Köttbullar mit Preiselbeeren. Auch deutsche regionale Küche sei im Norden sehr beliebt, sagt Seyr.

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