Feriendorf entsteht an Plauer Seespitze

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29. April 2010, 08:58 Uhr

Meyenburg/ganzlin | Autofrei, mit regenerativer Energie betrieben und gefüllt mit naturbewussten Freizeitaktivitäten - so soll die Anlage Vila Vita Seedorf aussehen. Die Vila Vita Hotel und Touristik GmbH aus Marburg arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung eines Projektes, das an der Südspitze des Plauer Sees Gestalt annehmen soll. Die Fertigstellung sei für den Sommer 2011 vorgesehen, informiert Anne Schmidt, Direktorin Sales und Marketing, auf Nachfrage unserer Zeitung. "Schwerpunkt der Anlage werden Seminare und Konferenzen sein sowie die Aufenthalte mit der ganzen Familie zu Ferienzeiten", so Schmidt.

Geplant sei eine Kapazität von 290 Betten, verteilt auf 40 Doppel-Seehäuser sowie Einzel- und Doppelzimmer im Hauptgebäude. "Die Unterbringungen sowie die öffentlichen Räume werden jeglichen Komfort bieten, wir wollen uns allerdings nicht auf eine Sternekategorie festlegen", sagt die Marketingchefin. In Planung befinden sich ein Saunadorf am Mühlensee, eine Multifunktionshalle für Präsentationen, Veranstaltungen und Galas. Überdies ist ein Anleger für die Weiße Flotte avisiert. "Wassersport soll ebenso groß geschrieben werden wie das Naturschutzgebiet mit seinen landschaftlichen Reizen", verdeutlicht Anne Schmidt.Zu Terminen bei der Realisierung, Investitionssumme sowie Zahl der entstehenden Arbeitsplätze wollte sich das Unternehmen noch nicht äußern. Auch nicht zum konkreten Standort.

Fest stehe, dass man sich konzeptionell am Resort Pannonia in Österreich orientiere. Die Anlage im Unesco-Welterbe-Gebiet Fertö-Neusiedler See wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem österreichischen Umweltzeichen und dem Staatspreis für Tourismus. Im ökotouristischen Zentrum, das dort für gut drei Millionen Euro neu entstand, können sich Gäste über alternative Energiegewinnung informieren, das Biomasse-Heizwerk besichtigen, Informationen über Photovoltaik sammeln. Der angrenzende Energieerlebnispark macht Kinder und Erwachsene spielerisch mit dem Thema Energiegewinnung vertraut.

In Mecklenburg wolle man rund 85 Prozent der benötigten thermischen Energie aus regenerativen Ressourcen selbst erzeugen. "Wir wären damit fast autark", verdeutlicht Anne Schmidt. Auch was die Versorgung der Hotelanlage beispielsweise mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen betreffe, verfolge man nachhaltige Ansätze: "Wir werden so viel wie möglich in der Region kaufen."

In der Prignitz steht man den Plänen aufgeschlossen gegenüber. Katrin Lange, Amtsdirektorin von Meyenburg, unterstreicht, dass Gäste des dann sehr nahe gelegenen Feriendorfes natürlich potenzielle Besucher touristischer Einrichtungen in der Umgebung seien. Dabei denkt sie speziell ans Meyenburger Modemuseum. "Wenn auch die Region etwas davon hat, dann ist eine solche Investition sehr zu begrüßen." Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz, schränkt ein, dass ein Projekt dieser Größenordnung immer auch Konkurrenz für Hoteliers und Gastronomen bedeute. Andererseits können touristische Anbieter auch Zugpferde sein, was der Neue Hennings Hof in Perleberg beweise, der anfangs skeptisch beäugt worden sei. "Wir werden uns als benachbarte Region partnerschaftlich anbieten und kooperieren."

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