zur Navigation springen
Lokales

19. Oktober 2017 | 11:02 Uhr

Feldstadt vorm Verkehrsinfarkt?

vom

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2010 | 06:40 Uhr

Feldstadt | Ein Stadtteil kurz vor dem Verkehrsinfarkt: Knapp ein Jahr nachdem die Stadtvertretung ein neues Parkkonzept für die Innenstadt verabschiedet hat, das für die Feldstadt Anwohnerscheine und Parkautomaten vorsieht, herrscht auf den engen Straßen dort immer noch unreguliertes Chaos. Wildes Parken z.B. auf dem Liebknecht-Platz, ist dort ebenso an der Tagesordnung wie Halten in zweiter Reihe, wenn morgens Grundschüler mit dem Auto an der Niels-Stensen-Schule abgeliefert werden. Anwohner müssen zahllose Runden um den Block drehen, bevor sie in der Nähe ihres Hauses einen Parkplatz finden. Ein Grund: Parken in der Feldstadt ist nicht kostenpflichtig. Der zuständige Ortsbeirat Altstadt, Paulsstadt, Feldstadt, Lewenberg sammelte jetzt mit Betroffenen die konkreten Problemstellen und will sich bei der Stadt stark machen für die schnelle Umsetzung des Parkkonzeptes.

Besonders zu schaffen machen den Feldstädtern die so genannten Fremdparker: Autofahrer, die von außerhalb kommen, in Schwerin arbeiten und ihren Wagen in der Feldstadt abstellen - denn dort kostet sie Parken keinen Cent. "Die Leute gehen von uns aus zum Teil bis in die Schelfstadt", sagt ein Anwohner. Die meisten Wagen trügen die Kennzeichen LWL oder PCH - die Anwohner zählen sie zum Teil genau: 42 Auswärtige machte ein Feldstädter beim Morgenspaziergang allein in der Feldstraße aus, 20 weitere im kurzen Teilstück der Schäferstraße zwischen Eisenbahnstraße und Liebknecht-Platz. Auf dem wilden Parkplatz in der Wallstraße kommen bis zu 50 Autos unter. Teilweise auch Feldstädter. "Wo sollen wir sonst auch hin?", fragt ein Betroffener. Tiefgaragen oder Stellfächen auf den Höfen gäbe es kaum. Die meisten motorisierten Anwohner sind auf die öffentlichen Parkplätze angewiesen.

Warum die Einpendler nicht die Park-und-Ride-Plätze zum Beispiel am Bürgermeister-Bade-Platz benutzen, ist den Feldstädtern Rätsel und Ärgernis zugleich. Tatsächlich zielt das Parkkonzept, das die Stadtvertreter Anfang Dezember 2009 verabschiedet haben, genau in diese Richtung: Berufstätige von außerhalb könnten ihr Auto kostenlos am Stadtrand abstellen und mit Bussen und Bahnen in die Stadt gelangen. In Feld- und Paulsstadt sollen Parkschein-Automaten aufgestellt und Anwohnerausweise ausgegeben werden. Insgesamt 4500 neue Parkplätze sollen so "generiert" werden, erklärt Michael Storch vom Amt für Verkehrsplanung.

Während sich die meisten Feldstädter davon die Lösung des jahrelangen Problems in den engen Straßen ihres Quartiers erhoffen, wird in der Schelfstadt, wo das Konzept schon praktiziert wird, Kritik laut: Anwohnerparkscheine garantieren nämlich keinen Stellplatz und die Parkautomaten-Zeit endet meist um 19 Uhr. Gerade wenn im Speicher oder im Theater Veranstaltungen laufen, stünden weiterhin Auswärtige auf den begehrten Stellplätzen. Ein Rezept gegen dieses Dilemma hat Roberto Koschmidder vom benachbarten Ortsbeirat Weststadt: Öfter umsteigen aufs Rad. Denn beim Thema Parken seien auch die Schweriner Autofahrer Opfer und Täter zugleich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen