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Lokales

23. November 2017 | 00:37 Uhr

Fehlalarme nerven die Feuerwehren

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svz.de von
erstellt am 26.Okt.2010 | 08:06 Uhr

Ludwigslust/Hagenow | Wenn mitten in der Nacht in einer über 13 000-Seelen-Stadt die Sirene heult, stehen alle Bewohner senkrecht in den Betten. In Ludwigslust ist weit öfter Alarm, als es tatsächlich brennt. Auslöser sind die automatischen Brandmeldeanlagen.

"Die Vielzahl von Auslösungen ohne scharfen Einsatz dahinter nerven schon. Das ist belastend, zumal die Kameraden von der Arbeit und von zu Hause weggeholt werden müssen", sagt Kreiswehrführer Heiko Dübel angesichts zunehmender Fehlalarme, die derzeit im gesamten Landkreis registriert werden. Oftmals verberge sich ein technisches Problem hinter einem Fehlalarm. Oder aber auch falsche Organisationsabläufe stimmten nicht, merkt der 1. Kreisbrandmeister weiter an. Dennoch geht Dübel nicht so weit, alle Fehlalarme über einen Kamm zu scheren. "Denn die Melder haben ja etwas erkannt und deshalb ausgelöst. Es könnte ja auch etwas Ernstes dahinter stecken." Technische Nachbesserungen seien oftmals notwendig und würden ja auch zunehmend durchgeführt.

"Wir müssen bei jeder Alarmierung hinfahren. Auch wenn gleich die Entwarnung kommt, es handle sich um einen Fehlalarm. Wir sind dazu verpflichtet, uns selbst vor Ort davon zu überzeugen", gibt Christian Porst, stellvertretender Gemeindewehrführer in Ludwigslust, Auskunft. Denn es könne ja sein, dass die Situation für einen Laien nicht auf Anhieb erkennbar und vielleicht doch irgendwo ein Brandherd versteckt sei. Er und seine Kameraden sind in diesem Jahr bisher etwa 20 Mal zu solchen Fehleinsätzen ausgerückt. Insgesamt haben die 35 aktiven Einsatzkräfte in 2010 bereits 80 Hilfs- und Löscheinsätze gefahren.

Ähnlich geht es auch den Brandbekämpfern aus Hagenow. "Bei 15 bis 20 Einsätzen pro Jahr rücken wir aus, um festzustellen, dass uns automatische Brandmeldeanlagen genarrt haben", bestätigt Oberbrandmeister Steffen Kasulke. Gehäufte Vorkommnisse würden mit den Betreibern besprochen, denn Fehlbedienungen durch das Personal lösten kostenpflichtige Einsätze aus, so der Wehrführer. "Wir informieren die Kommune über die Zustände, das Ordnungsamt schickt dann Rechnungen raus. "Die können je nach Einsatz-Aufwand zwischen 80 bis 2000 Euro liegen."

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