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Lokales

18. Oktober 2017 | 02:27 Uhr

FDP-Wahlkampfstart mit Hindernissen

vom

svz.de von
erstellt am 03.Apr.2011 | 07:23 Uhr

Trotz Glaubwürdigkeitskrise und Führungs-Chaos, die FDP in MV will bei den Landtagswahlen am 4. September einen Regierungswechsel herbeiführen. Das haben sich die Liberalen am Wochenende auf ihrem Parteitag in Klink vorgenommen.

Aber schon beim Personaltableau dafür gab es einen Riesen-Eklat. Der Wismarer Michael Roolf, der die Landtagsfraktion führt, und die FDP 2006 – mit Bundeshilfe – zu nie gekannten 9,6 Prozent brachte, fiel gestern Mittag mit Pauken und Trompeten bei der Wahl zum Spitzenkandidaten durch. Für Roolf stimmten 91 Delegierte – 102 stimmten gegen ihn bzw. enthielten sich. Offene Kritik an Roolf hatte es zuvor nicht gegeben. Aber sein Führungsstil war strittig. Der Rostocker Kreisvorsitzende Rolando Schadowski, der gegen Roolf antreten wollte, zog aber Sonntagmorgen nach Gesprächen zurück.

In einer sehr persönlichen Erklärung verabschiedete sich Roolf nach dem Debakel aus dem Landtag. „Ich möchte meine gesamte Kraft, meine gesamte Energie der Partei zur Verfügung stellen“, sagte er, „das Votum dafür hat nicht gereicht. Ich werde nicht wieder für den Landtag in MV kandidieren.“

Das bis an die Schmerzgrenze gehende Gerangel der letzten Wochen um die ersten vier Listenplätze für den Landtag setzte sich nach diesem Schock nicht mehr fort. Nach längerer Auszeit zur Vorstandsberatung wurde Fraktionsgeschäftsführer Gino Leonardt (38) auf den Spitzenplatz nominiert und erhielt 81 Prozent. Auf Platz 2 wurde überraschend und ohne Gegenkandidat Thomas Heldberg, Kreischef in Ludwigslust und Wahlkreismitarbeiter von Landeschef Ahrendt (MdB), gewählt. Auf Platz drei kam der Warener Toralf Schnur, gefolgt von Sigrun Reese. Weitere Landtagsabgeordnete wurden nicht gewählt.

Am Sonnabend stellte sich Landesvorsitzender Christian Ahrendt zum dritten Mal zur Wiederwahl. Die 187 Delegierten wählten ihn mit 80,7 Prozent. Ahrendt rief die 1050 FDP-Mitglieder im Land auf, den Wahlkampf um die Staatskanzlei und den Einzug in die Regierung zu führen. Wirtschaft, Bildung und Bürgerrechte – das sind die Kernpunkte im FDP-Wahlprogramm für den 4. September. Die Zahl der Hochschulabsolventen sinke. In keinem Land gebe es so viele Schulabgänger ohne Abschluss. MV sei von der Zielstellung, sieben Prozent des BIP in die Bildung zu stecken, weit entfernt. Ahrendts Angriff auf Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD): „Die Staatskanzlei kann man nicht aus den Flitterwochen heraus führen.“

In der aktuellen Kernenergiedebatte mahnte der FDP-Landeschef: „Das, was wir in den letzten zwei Wochen in Baden-Württemberg erlebt haben, war eine Panikdebatte. Hier gibt es keinen Tsunami, hier gibt es kein Fukushima.“ Nicht SPD und Grüne hätten während ihrer Regierungszeit Kernkraftwerke abgeschaltet, sondern das tue jetzt Schwarz-Gelb. Im MV-Wahlprogramm der Liberalen findet allerdings deren Haltung zur Kernenergie keine Erwähnung. Hier wird weiter auf den Energiemix gesetzt. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger lieferte indes ein Plädoyer für Korrekturen in der Energiepolitik. „Eine Korrektur mit dem Ziel, schneller aus der Kernenergie herauszukommen.“

Erstplatzierte auf der Landesliste

1.Gino Leonard, MdL, Rügen
2. Thomas Heldberg, Ludwigslust
3. Toralf Schnur, MdL, Müritz
4. Sigrun Reese, MdL, Ostvorpommern
5. Renè Domke,Wismar
6. Rolando Schadowski, Rostock
7. David Wulff, Greifswald
8. Daniel Bohl, Nordwestmecklenburg

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