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Lokales

21. September 2017 | 05:10 Uhr

"Faustschlag ins Gesicht der Lübzer"

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2010 | 06:30 Uhr

lübz | "Wir feiern die ganze Nacht." Zumindest für die Unterhaltung im Festzelt galt dieser schon am Freitagnachmittag aus fast allen Lautsprechern zu hörende Satz beim diesjährigen Lübzer Stadtfest nur sehr bedingt. Durch den erst zwei Tage vor seinem Beginn gefassten Beschluss des Verwaltungsgerichtes Schwerin dazu verpflichtet, wird um Mitternacht die Musik ausgeschaltet. Ursache: Die Inhaberin eines benachbarten Hotels hatte "zum Lärmschutz ihrer Übernachtungsgäste" Beschwerde eingereicht. Randolf Beck, der Zelt und Live-Band besorgte, war angesichts der kurzen Zeit chancenlos, was Änderung der Verträge oder ähnliches betrifft. "Aus den vergangenen Jahren wissen wir, dass die meisten Besucher erst zwischen 22 und 23 Uhr kommen", sagt er. "Somit fehlen die insgesamt sechs wichtigsten Stunden - für den Spaß im Zelt und den Verdienst."

Das Stadt-, Kinder- und Schützenfest ist mittlerweile eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt und des Gewerbevereins. Mitorganisator Karl-Joachim Rohde zeigte sich fassungslos. "Dieser Antrag ist ein Faustschlag nicht nur ins Gesicht der Lübzer, sondern auch ihrer Gäste, denn aus dem Umland kommen ebenfalls viele Besucher hierher", sagt er aufgebracht. "Außerdem ist traurig, dass ein Gericht so etwas unterstützt und dadurch Steine auf ein seit 12 Jahren etabliertes Fest geworfen werden!" Als Einzelperson wie gezeigt gegen die Mehrheit vorzugehen, sei menschlich wie geschäftlich überaus unklug. Die Organisatoren der Veranstaltung, die rund 90 Prozent aller Lübzer Betriebe unterstützen, seien stets darum bemüht gewesen, mit allen auszukommen und es habe nie Probleme gegeben. Rohde: "Dies ist eines der Feste mit den wenigsten negativen Vorkommnissen in der ganzen Region - nicht zuletzt auch deshalb, weil wir eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei pflegen."

Die Schausteller sind von Lübz begeistert. "Ob Standgelder, der Service - also die Versorgung mit Strom und Wasser - oder die Zusammenarbeit mit der Verwaltung: Hier sind alle Bedingungen gut, die Preise absolut moderat", sagt Marlies Urbigkeit aus Rostock, die mit ihrem Mann schon öfter hier war. "Und einen so liebevoll vorbereiteten Kindertag erleben wir sonst nirgends mehr."

Detlef Peters aus Anklam, auf dem Platz mit einem Auto-Scooter vertreten, stimmt spontan zu und ergänzt: "Woanders haben wir schon erlebt, dass die Kosten etwa für einen Stromanschluss plötzlich doppelt oder drei Mal so teuer waren. Die Leute haben allgemein weniger Geld in der Tasche und sparen natürlich auch an uns, was nach sich zieht, dass auch wir immer mehr rechnen müssen." Angesichts der Tatsache, dass es unter 100 000 Euro kaum ein vernünftiges Karussell gebe und diese Summe keiner bar auf den Tisch legen könne, sondern sie wie jeder andere über Jahre abzahlen müsse, ein schwieriges Unterfangen.

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