Hündin "Hope" hängt noch am Tropf in der Wismarer Tierklinik : Fast verhungert und ausgetrocknet

Dieser Hund der Rasse Staffordshire Terrier ringt in der Wismarer Tierklinik noch um sein Leben. Kerstin Westhoff
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Dieser Hund der Rasse Staffordshire Terrier ringt in der Wismarer Tierklinik noch um sein Leben. Kerstin Westhoff

Immer wieder kommt es vor, dass ein Tier von der Hundeschule in Keez erst einmal aufgepäppelt werden muss, bevor er vermittelt werden kann. Ein Fall wie "Hope" haben die Mitarbeiter jedoch noch nicht erleben müssen.

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22. Dezember 2010, 06:22 Uhr

Sternberg | Fundhunden ein neues Zuhause geben, dass hat auch in diesem Jahr Kerstin Westhoff von der Hundeschule in Keez in Abstimmung mit der Sternberger Verwaltung wiederholt praktiziert. Wobei die Tierliebhaberin viel Wert darauf legt, dass Hund und Herrchen/Frauchen auch zusammen passen.

Immer wieder kommt es dabei leider auch vor, dass ein Hund von ihr erst einmal aufgepäppelt werden muss, bevor er in ein neues Zuhause vermittelt werden kann. Einen solchen Fall wie den aktuellen, hat aber selbst sie noch nicht erleben müssen. "Als ich am Montagvormittag vom Ordnungsamt gebeten wurde, wieder einen Fundhund aufzunehmen, war mir schon klar, dass es ein nicht einfacher Vierbeiner sein wird. Eine Dame hatte bereits in der letzten Woche einen Welpen gefunden, den sie zunächst behalten wollte. Am Montag stellte sie dann fest, dass der Welpe irgendwie wohl krank ist. Sie wollte ihn nicht behalten und er sollte nun doch in die Fundtierstation der Hundeschule gebracht werden", sagt Kerstin Westhoff.

Sie fuhr also nach Tessin, um den jungen Hund in Empfang zu nehmen. "Als ich bei der Finderin ankam, traute ich meinen Augen nicht. Ein gelber kurzhaariger, völlig verhungerter und ausgetrockneter Hund kam mir schaukelnd, sich kaum auf den Beinen haltend und immer wieder umfallend, entgegen", so Kerstin Westhoff.

Mit fellüberzogenen Knochen und einem großen Kopf daran, war ihr sofort klar, dass dies kein Welpe sein kann, sondern ein erwachsener Hund. Im Auto überprüfte sie dann Puls und Schleimhäute, wickelte die Hündin in eine Decke ein und hatte emotional "ganz schön mit mir zu kämpfen", gesteht Kerstin Westhoff.

Sie fuhr mit dem Vierbeiner gleich weiter in die Tierklinik Wismar, wo sie obwohl außerhalb der Sprechzeiten sofort in Empfang genommen wurde. Schweigend, aber kopfschüttelnd, kümmerten sich drei Tierärzte um die Hündin. "Auf die Frage, wie der Hund heißt, konnte ich nur achselzuckend antworten. Ich hatte die Hündin doch gerade eine halbe Stunde bei mir. Eine Tierärztin sagte dann den Namen ,Hope, also englisch Hoffnung", sagt Kerstin Westhoff.

"Hope" befindet sich noch in der Klinik, liegt am Tropf und wird antibiotisch versorgt. Die Hündin wiegt 13 Kilogramm. " Das Normalgewicht für so einen Hund beträgt 20 bis 25 Kilogramm", weiß Kerstin Westhoff.

"Die Hündin ist völlig ausgetrocknet, verhungert ohne jegliche Muskulatur. Ihre Blutwerte stimmen alle nicht. ,Hope gehört zur Rasse der Staffordshire Terrier und ich wünsche sehr, dass der Hund es überlebt und sich Menschen finden, die diesem Tier ein warmes und verantwortungsvolles Zuhause bieten" sagt Kerstin Westhoff. Sofern die Hündin aus der Klinik entlassen wird, kommt sie zur weiteren Betreuung erst einmal zu ihr. Wer sich vorstellen könnte, ,Hope ein zu Hause zu geben, kann sich aber schon jetzt an die Hundeschule in Keez wenden. Und auch, wer keinen Platz oder keine Zeit hat, aber gerne helfen möchte, kann sein "Weihnachtsgeschenk" direkt in der Klinik oder in der Hundeschule abgeben, macht sie aufmerksam.

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