Fast 1400 Arbeitsplätze

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19. Februar 2010, 10:11 Uhr

Falkenhagen | Das Gewerbegebiet Falkenhagen hat dem Landkreis Prignitz über Jahre hinweg einen enormen Schuldenberg beschert, den Haushalt belastet. Millionen hat der Kreis bisher zahlen müssen und es sei an der Zeit, Falkenhagen aus einer anderen, durchaus positiv zu bewertenden Pers pektive, zu sehen, sagt Holger Lossin, Erster Beigeordneter des Landrates.

Mit 371 Hektar weist das Gebiet eine stattliche Größe auf, die für ein kreisliches Gewerbegebiet bundesweit einmalig sei. Geplant Anfang der 90er Jahre vom früheren Altkreis Pritzwalk sind "240 Hektar erschlossen und 80 Hektar, also ein Drittel, verkauft", nennt Lossin die Eckdaten.

65 Millionen Euro habe das gekostet. Abzüglich der Fördermittel entfallen nach mehreren verlorenen Prozessen davon 27 Millionen Euro auf den Kreis. "Diese Belastung allein durch die Erschließungskosten war nie geplant. Die Vorfinanzierung sollte durch Grundstücksverkäufe refinanziert werden", so Lossin. Ein Konzept, das bekanntlich nicht aufging.

Ende vergangenen Jahres erhielt der Landkreis vom Innenministerium sechs Millionen Euro, um Falkenhagen-Kredite abzulösen. "Das Ministerium hat anerkannt, dass unsere Leistungsfähigkeit durch die Schulden stark eingeschränkt ist", begründet Lossin. Ein Darlehen löste der Kreis Ende Dezember ab, im Januar ein zweites. Diese Summe habe die finanzielle Situation entspannt, so dass Falkenhagen in der Gesamtbilanz positiver zu bewerten sei.

33 Firmen haben sich angesiedelt. Fanden 1994 dort 570 Menschen eine Arbeit, zählt Falkenhagen heute 1328 Beschäftigte. Sicher würden nicht alle aus der Prignitz kommen, aber ein Großteil gewiss. Gute Jobs für viele Familien. "Momentan stagniert die Zahl bedingt durch die Wirtschaftskrise", räumt Lossin ein. Perspektivisch sehe er weiteres Wachstum.

Längst schlagen nicht nur Ausgaben zu Buche, sondern auch Einnahmen. In den vergangenen 15 Jahren konnten Flächen für 3,5 Millionen Euro veräußert werden. Durch Steuern wurden in diesem Zeitraum rund drei Millionen Euro erzielt. Lossin wagt zudem eine grobe Schätzung, was jährlich indirekt über Einkommens-, Gewerbe- und Grundstückssteuer in die Kreiskasse fließt: "Etwa 250 000 Euro."

Falkenhagens habe aktuell eine immense Bedeutung für den Kampf der Arbeitsgemeinschaft Autobahndreieck Wittstock/Dosse um Anerkennung als Wachstumskern, so Lossin.

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