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Lokales

11. Dezember 2017 | 01:31 Uhr

Falscher Alarm!

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erstellt am 19.Sep.2010 | 06:48 Uhr

Schwerin/Rostock | Fehlalarme bei Feuerwehren nehmen seit Jahren zu. Der Anstieg sei überwiegend auf defekte oder versehentlich aktivierte Brandmeldeanlagen in Unternehmen zurückzuführen, erklärte der Sprecher des Innenministeriums, Falk Jonischkies. Immer mehr Institutionen, Betriebe oder Geschäfte installierten Warnsysteme, lobte Ralf Gesk vom Brandschutz- und Rettungsamt Rostock. Damit steige allerdings eben auch die Zahl der Fehlalarme. "Eine Fehlerquote solcher Brandmeldeanlagen ist aber normal."

Laut Innenministerium stieg die Zahl der Fehlalarme bei den Feuerwehren von knapp 3000 im Jahr 2004 auf mehr als 4100 im vergangenen Jahr. Davon waren rund 1600 Mal Brandmeldeanlagen die Ursache, in 1500 weiteren Fällen wurde der Brand vor Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht. Blinde- oder Täuschungsalarme liegen im Schnitt nur noch bei einem Viertel der Fehlmeldungen vor, so der Ministeriumssprecher. 2004 waren nach der Statistik noch 40 Prozent auf versehentlichen oder gar bewussten Missbrauch des Notrufs zurückzuführen.

In der Landesstatistik tauchten böswillige Fehlalarme gar nicht mehr auf, so Falk Jonischkies. Rostock verzeichnete 2009 nur noch 14 Fälle bewussten Notrufmissbrauchs, dafür aber mehr als 300 fehlerhaft angesprungene Brandmeldeanlagen. Ralf Gesk führt den Rückgang des Missbrauchs auch auf moderne Kommunikationstechnik zurück. Die Leitstelle der Feuerwehr verfüge über eine Telefonsoftware, die selbst unterdrückte Nummern oder die Kennung von Mobiltelefonen ohne eingelegte SIM-Karte anzeigt. Im Verdachtsfall werde zurückgerufen, um Kinder bei möglichen Streichen oder Mutproben zu ertappen. Dies habe hohe erzieherische Wirkung, so Gesk.

In Schwerin nahm 2009 die Zahl der Fehlalarme weiter zu, wie Stadtsprecherin Mareike Wolf mitteilte. 65 von 204 Fällen waren auf defekte Brandmeldeanlagen zurückzuführen, Einsätze der Feuerwehr müssen die betroffenen Unternehmen dann selbst bezahlen, wie es hieß. In Stralsund stagnieren die Fehlalarme seit zehn Jahren bei etwa 15 Prozent aller Notrufe. In der Hansestadt sei aber kein einziger Fall der vergangenen Jahre bekannt, in dem vorsätzlicher Missbrauch in Rechnung gestellt werden musste. In Greifswald stagniert die Zahl der Fehlalarme mit eher rückläufiger Tendenz. Ein Ausrücken der Feuerwehr schlage bei bewusstem Missbrauch des Notrufs mit 1650 Euro für den Bürger zu Buche, sagte Sprecherin Andrea Reimann. Neubrandenburg ahndet eigenen Angaben zufolge Fehlalarme mit Vorsatz durch Anzeigen bei der Polizei.

Gute Erfahrungen gibt es mit Heimrauchmeldern. Diese müssen laut Gesetz seit diesem Jahr auch in Altbauten installiert sein. Insbesondere kleinere Küchenbrände könnten dank der Rauchwarngeräte rechtzeitig entdeckt werden, bevor die ganze Wohnung zerstört werde, sagte Ralf Gesk. In einigen Fällen hätten die Mieter noch ahnungslos im Wohnzimmer ferngesehen, während die von Nachbarn alarmierte Feuerwehr anrückte.

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