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Lokales

18. Dezember 2017 | 14:08 Uhr

Falsche Bio-Ware in MV

vom

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2011 | 09:27 Uhr

Im Zuge des Betrugsskandals mit Bio-Produkten in Italien sind rund 550 Tonnen falsch deklarierte Waren nach Deutschland gelangt. Direkt beliefert wurden neun Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wie das Bundesagrarministerium gestern mitteilte. Überwiegend handele es sich um Sojabohnen, Sojakuchen und Rapskuchen, die vor allem als Futtermittel verwendet werden. Gesundheitsgefahr bestehe nicht. Der mutmaßliche Schwindel in Italien war Anfang Dezember entdeckt worden. Normale Produkte sollen als teurere Bio-Ware verkauft worden sein – vermutlich zu einem großen Teil schon 2007/2008.

Das Agrarministerium in Schwerin ist sich noch nicht sicher, ob auch zwei Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern mit gefälschter Bioware beliefert wurden. Das gehe zwar aus den Lieferlisten der italienischen Behörden hervor, doch gebe es zugleich Hinweise darauf, dass der Lieferant nicht in die Betrugsvorfälle einbezogen ist.

„Insofern ist eine weitere Abklärung durch die zuständige Bundesbehörde notwendig“, hieß es. Eine entsprechende Anfrage laufe bereits. Die Warenströme, die Mecklenburg-Vorpommern betreffen, würden analysiert und erforderliche Vorsorgemaßnahmen bei der Kennzeichnung und Verwendung als Bioware getroffen.

Nach Angaben des Bundesagrarministeriums liegen den deutschen Stellen Listen der italienischen Behörden vor. Darin stünden Angaben zu Produkten und Transaktionen sowie zu Lieferanten, die im Zuge der Ermittlungen auffällig geworden seien. Wegen des laufenden Verfahrens in Italien seien die Listen aber noch nicht vollständig. Die Regierung in Rom habe weitere Informationen zugesagt.

In Italien hatte die Polizei rund 2500 Tonnen vermutlich falsch deklarierte Öko-Waren wie Mehl und Obst in Verona beschlagnahmt. Eine Fälscherbande soll damit Millionenumsätze gemacht haben. Ein Teil der wohl ganz normalen Produkte soll teuer als Bio-Ware in andere Länder gegangen sein - auch nach Deutschland, vermutlich zu einem großen Teil schon 2007/2008.

Das Bundesverbraucherministerium will die Anforderungen an Öko- Kontrollstellen erhöhen. Eine entsprechende Verordnung sei dafür bereits an den Bundesrat gegangen und könne bei Zustimmung der Länderkammer im Februar in Kraft treten.

Zur Aufklärung der aktuellen Fälle hat die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn Informationen aus Italien an die Bundesländer weitergeleitet. Deren Behörden sind für die Lebensmittelüberwachung verantwortlich. Nähere Angaben zu den betroffenen Unternehmen wurden nicht gemacht.

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