Fallen für den Spinner

svz.de von
26. Juli 2010, 06:47 Uhr

Gadow | Die Oberförsterei Gadow lockt den Eichenprozessionsspinner in die Falle. "Man muss sich diese Fallen vorstellen wie ein Blatt Papier zum Dreieck gefaltet mit einem Köder drin", erklärt Oberförster Holger Galonska. "Der Köder verströmt Pheromone, also Sexualduftstoffe, und wir deshalb von den Spinnern gezielt angeflogen." Zudem befinde sich eine Art Klebstoff in der Falle, so dass die Insekten darin hängen bleiben.

Rund 50 solcher Fallen haben die Mitarbeiter der Oberförsterei an ausgewählten Plätzen im Gadower Forst angebracht. "Die Fallen werden regelmäßig kontrolliert und die Tiere gezählt. Auf diese Weise wollen wir erst einmal Vergleichsgrößen gewinnen und herausfinden, welche Flächen wie stark befallen sind", erklärt der Oberförster. Die in den Fallen gefangenen Tiere werden auf die Fläche hochgerechnet, so ließen sich Prognosen für den voraussichtlichen Befall im nächsten Jahre erstellen und die eventuelle Notwendigkeit von Bekämpfungsmaßnahmen absehen.

Die aus den bisher gefangenen Insekten hochgerechneten Befallszahlen seien nicht wesentlich höher, als erwartet, sagt Galonska. Überhaupt sieht der Experte den Befall durch den Eichenprozessionsspinner als temporäres Problem. "Ich gehe davon aus, dass der Bestand bis zu einer bestimmten Größe zunimmt und dann durch Parasitenbefall und Krankheiten zusammenbrechen wird. Diesen Schluss legen Erfahrungen der Forstgeschichte nahe."

In Bezug auf die Miniermotte registriert die Oberförsterei bei den wenigen Kastanien im Revier einen leichten Zuwachs. "Hier ist eine effektive Bekämpfung kaum möglich und bisher auch nicht notwendig, da die Bäume keine schweren Schäden davontragen."

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