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Lokales

13. Dezember 2017 | 12:27 Uhr

Fakten sprechen für Kreisstadt Parchim

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erstellt am 09.Mai.2010 | 08:52 Uhr

Parchim | Heute beginnt eine Schicksalswoche für die Parchimer Region. Kreistags präsidentin Gudrun Stein, Landrat Klaus-Jürgen Iredi und Parchims Bürgermeister Bernd Rolly reisen nach Schwerin, um ab 10 Uhr an der zweitägigen öffentlichen Anhörung des Innenausschusses zum Entwurf der Landesregierung für ein Kreisstrukturgesetz teilzunehmen. Es ist womöglich auch eine der letzten Chancen, um vor der geplanten Entscheidung am 7. Juni mit Argumenten die Weichen für den Erhalt des Kreisstadtstatus von Parchim zu stellen.

Kritiker der Kreisgebietsreform beklagen seit langem, dass für die Auswahl der künftigen Kreisstädte kaum Kriterien und Fakten eine Rolle spielen. Ludwigslust ist als künftiger Sitz der Verwaltung eines Großkreises Südwestmecklenburg vor allem auf Grund der geografischen Lage im Zusammenhang mit der Erreichbarkeit für die Bürger ins Feld geführt worden. In der Tat wäre eine Minderheit der auf ein Auto angewiesenen Bürger des neuen Kreises - der etwa doppelt so groß wie das Saarland sein wird - schneller in der Lindenstadt als in der Eldestadt Parchim.

Gravierende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Perspektive des Riesenkreises spielten in der politischen Diskussion kaum eine Rolle. Seit 1990 wird die Stadt Parchim (knapp 19 000 Bewohner) aus raumordnerischer Sicht unumstritten als Mittelzentrum definiert. Ludwigslust ist mit seinen rund 13 000 Einwohnern seit nunmehr zwei Jahrzehnten ein so genanntes "Mittelzentrum mit Teilfunktion". Dafür hat das Land die Mindesteinwohnerzahl für ein solches Konstrukt vor fünf Jahren auf 10 000 Einwohner zurückgestuft. Regionalplaner haben sich dagegen vergeblich gewehrt.

Mit dem Ausbau als Technologiestandort hat sich Parchim in jüngster Zeit zur innovativen Keimzelle für Forschung, Entwicklung und Produktion gemausert. Dafür stehen die Hydraulikgruppe, HNP Mikrosysteme, Baustoffbetriebe und die Dienstleistungsbranche mit rund tausend Arbeitsplätzen.

Das wirtschaftliche Potenzial der Stadt - gemessen an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und Einpendlern abzüglich der Auspendler - spricht mit 8800 Personen in Parchim gegenüber nur 5800 Menschen in Ludwigslust eindeutig für die Eldestadt. Hier gibt es mehr als 300 Hektar erschlossene Industrie-, Gewerbe- und Vorbehaltsflächen.

Der Verlust des Kreisstadtstatus würde aus Sicht der Demografen Parchim deutlich härter treffen als Ludwigslust. Der heutige Landkreis Parchim könnte bis 2030 ein Viertel seiner Bewohner verlieren.

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