Fällung wird beantragt

Stein des Anstoßes: Die alten Linden in Reetz, die laut Dorfchronik bereits 1899 gepflanzt worden sind. Petra Ferch
Stein des Anstoßes: Die alten Linden in Reetz, die laut Dorfchronik bereits 1899 gepflanzt worden sind. Petra Ferch

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09. Mai 2011, 06:04 Uhr

Reetz | Für zwei Linden an der Ortsdurchfahrt von Reetz hatte die Gemeinde bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises einen Fällantrag gestellt. Jetzt gab es die Antwort vom Kreis: eine Ablehnung. Der zuständige Sachgebietsleiter Bernd Lindow begründete auf "Prignitzer"-Nachfrage, dass eine unabhängige Gutachterin die beiden Bäume untersucht habe und zu dem Ergebnis gekommen sei, dass davon keine Gefahr ausgehe. Deshalb werde es auch keine Genehmigung geben, sie zu fällen.

Bei vielen Anwohnern in Reetz dürfte das auf wenig Gegenliebe stoßen. Denn sie sind der Meinung, dass die alten Bäume, die laut einer Chronik 1899 gepflanzt worden sind, mit ihren 20 bis 25 Metern Höhe eine große Gefahr für die Anwohner und deren Grundstücke darstellten. Zumal zwischen Bäumen und Häusern auch noch die Stromversorgungsleitung verlaufe. Die Gefahr müsse umgehend beseitigt werden, entweder durch Kürzung der Linden um rund ein Drittel oder durch deren Fällung. Sie haben Sorge, dass ihnen die Bäume beim nächsten Sturm auf die Dächer fallen.

Im März hatten sie ihr Anliegen noch einmal in der Gemeindevertretersitzung von Gülitz-Reetz vorgetragen. Danach waren Unterschriften gesammelt worden. 70 Reetzer hatten unterzeichnet. Darunter auch Bürger, die an der anderen Seite der Ortsdurchfahrt wohnen, wo bereits 1959 bei einem Unwetter alle Linden umgestürzt waren. Genau darauf gründet sich auch jetzt ein Teil der Argumentation der Unterzeichner, dass es nämlich bei Sturm völlig egal sei, ob die Bäume krank oder gesund sind.

Die Unterschriftenliste war an den Amtsdirektor von Putlitz-Berge, Gerd Ehrke gegangen. Der hat sich jetzt mit der Gemeinde kurzgeschlossen, denn "die muss sowohl für die Kosten eines Gutachtens als auch, wenn es soweit kommen sollte, für die der Fällung aufkommen", macht Ehrke auf "Prignitzer"-Nachfrage deutlich. Gemeinsam habe man verabredet, dem Wunsch der Reetzer nachzukommen und bei der unteren Naturschutzbehörde eine Fällung der Linden zu beantragen. So sei der derzeitige Stand.

Nun liege es in den Händen der kreisliche Behörde, was weiter geschehe. Lindow hatte schon im März unserer Redaktion gegenüber geäußert, dass bei einem solchen Antrag in jedem Einzelfall darüber entschieden werde, ob ein Baum eine Gefahr darstelle und deshalb weichen müsse. Beispielsweise bei erhöhtem Totholzanfall, bei Faulstellen oder anderen Gründen, aus denen die Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist. Im Bedarfsfall würden auch Gutachter hinzugezogen.

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