Explosion am Wittenberger Elbeport

Großübung am Wittenberger Elbeport: Mittels Schaum wird das Feuer, verursacht durch die  Explosion eines Gefahrgutkessels , gelöscht.
Großübung am Wittenberger Elbeport: Mittels Schaum wird das Feuer, verursacht durch die Explosion eines Gefahrgutkessels , gelöscht.

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24. September 2012, 09:44 Uhr

Wittenberge | Samstag Morgen am Wittenberger Elbeport: Ein Gefahr gutbehälter ist explodiert. Dabei wurden 15 Personen zum Teil schwer verletzt, eine tödlich. Ein weiterer Behälter wurde durch die Explosion derart beschädigt, dass Toluol ausläuft und in Brand gerät, teilweise auch in das Hafenbecken fließt.

So stellte sich das Szenario der Großübung dar, die am Sonnabend am Ende rund 100 Einsatzkräfte vereint, um gemeinsam einen solchen Ernstfall zu proben. Denn wenn wirklich etwas Derartiges geschieht, müssen die Retter vorbereitet sein, egal ob sie sich in den freiwilligen Feuerwehren, beim Technischen Hilfswerk (THW) oder im Rettungsdienst engagieren. Wie schnell so etwas Realität werden kann, hat die Havarie vor wenigen Tagen in der Prignitzer Chemie gezeigt, als zwei Behälter mit je 1000 Litern Wasserstoffperoxid derart unter Druck standen, dass eine Öffnung nur unter größten Sicherheitsvorkehrungen möglich war.

Im Fall der Übung am Sonnabend geht es um Toluol, ein Stoff, der Nerven-, Nieren- und möglicherweise auch Leberschäden verursachen kann. Also gehen die Kameraden der Wittenberger Wehr, die gemeinsam mit der Polizei und dem Rettungsdienst als erste an den Unfallort gerufen werden, mit Atemschutzgeräten vor, suchen zuerst nach Verwundeten und retten sie, bevor weitere Maßnahmen eingeleitet werden wie die Brandbekämpfung mittels Schaumeinsatz und die Ölabwehr auf dem Wasser über entsprechende Ölsperren. Längst wurden auch zusätzliche Wehren hinzugerufen, auch die Gefahrstoffeinheit sowie das THW und die Sanitätseinheiten. Letztere zeigen gemeinsam mit dem Rettungsdienst in einer extra Ausbildungsübung, wie die Verletzten richtig zu versorgen sind.

Und das Fazit der Übung: Größter Fehler war, dass die Verletzten nicht sofort dekontaminiert worden, schätzt Wittenberges Wehrführer Chris Brandt ein. Auch die Einsatzführung müsse noch verbessert werden. Insgesamt sei das Einsatzziel aber erreicht worden.

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