Experten begutachten Marien-Orgel

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06. November 2009, 08:48 Uhr

Rostock | Die Orgel von St. Marien steht noch bis morgen im Blickpunkt von etwa einem Dutzend hochkarätiger Experten aus Orgelbau sowie Kultur- und Denkmalpflege. Hauptaufgabe des Kolloquiums ist es, eine Empfehlung darüber zu geben, wie es mit der Orgel weitergehen soll. Rein optisch ist diese Königin der Instrumente ein Prachtstück und dank der Bemühungen der Organisten hört das Laienpublikum nichts von den Mängeln, die der Fachwelt aber nicht verborgen bleiben. Dass eines Tages der Klang mit der Optik mithalten kann, das ist natürlich ein Wunsch der Kirchenmusiker.

Vier Varianten werden diskutiertVier Möglichkeiten stehen zur Diskussion, um das ehrwürdige Instrument auch klanglich zu einem Genuss zu machen: Restauration, Rekonstruktion, Neubau und Reorganisation. Dabei muss abgewogen werden, welche Option die beste ist. Denn einzelne Elemente der Orgel sind erhaltenswert und sollten deshalb nicht einfach ersetzt werden. In ihrer Zusammensetzung machen sie die Individualität des Instrumentes aus.

"Der gewachsene Zustand der historischen Orgel ist in der Rostocker St. Marienkirche außergewöhnlich, da hier in besonderer Weise Stilelemente des Barocks, der Romanik und des Neobarocks aufeinandertreffen", schrieb Dr. Martin Kares aus Karlsruhe in seinem Gutachten. Der Orgelsachverständige ist der Ansicht, dass sich ein Bewahren und Fortentwickeln lohnen wird.

Daher gilt es, alle Möglichkeiten sorgfältig gegeneinander abzuwägen: Eine Restaurierung sieht die Aufarbeitung des vorhandenen Bestandes ohne Ergänzungen vor, um den Zustand von 1938 optimal wiedererzustellen.

Eine Rekonstruktion beinhaltet einen überwiegenden Neubau im historischen Stil von etwa 1770 bis 1790 unter Verwendung von vorhandenem Material aus dieser Zeit. Eine Reorganisation ist angelehnt an die Rekonstruktion, lässt aber mehr Freiheiten beim Verändern und Verbessern von Komponenten. Die vierte Variante ist der Neubau einer Orgel im vorhandenen Gehäuse.

Kosten und Zeitplan sind noch offen"Dieses Treffen ist etwas Außergewöhnliches und wiederholt sich so schnell nicht", sagt Marienkantor Karl-Bernhardin Kropf. Wann, ob und wie eine Änderung der Orgel von St. Marien erfolgen kann, das vermag er noch nicht zu sagen: "Wichtiger als das Wann ist, dass es gut wird." Und selbst wenn die Ergebnisse erst 2030 umgesetzt würden, sei das Expertentreffen wichtig. Bislang lässt sich noch keine Aussage darüber treffen, was die am Ende bevorzugte Maßnahme kosten wird.

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