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Lokales

24. November 2017 | 10:32 Uhr

Experte: Woseriner Pflasterstraße zu retten

vom

svz.de von
erstellt am 24.Jun.2010 | 07:09 Uhr

Woserin | Die alte Pflasterstraße in Woserin wäre zu retten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Sachverständiger für Natursteinpflaster. "Die Pflasterstraße erscheint grundsätzlich sanierungsfähig", schreibt Dipl.-Ing. Claus-Peter Spuhn aus Prenzlau in einer "fachtechnischen Stellungnahme", die er im Auftrag des Vereins zum Erhalt und zur Sanierung der Woseriner Pflasterstraße erstellt hat. Damit erhält die jahrelange Diskussion über Erhalt oder Asphaltierung der Straße durch Woserin neue Nahrung.

30 000 bis 40 000 Euro würde es kosten, die Woseriner Pflasterstraße zu sanieren, so der Sachverständige. Dies beinhalte sowohl den denkmalgeschützten Teil im Ortskern als auch weitere 180 Meter, die nicht geschützt sind. Nach einem Vor-Ort-Termin Anfang Juni stellt Spuhn fest: Der unter Denkmalschutz stehende Teil des Pflasters sei "in einem insgesamt gut befahrbaren Zustand". Nur etwa zehn bis 15 Prozent des Pflasters hier müsste saniert werden. Kostenschätzung mit Mulden am Rand zum Wasserablauf: 10 000 bis 15 000 Euro.

Für den 180 Meter langen Abschnitt veranschlagt Spuhn 20 000 bis 25 000 Euro. "Es wird eingeschätzt, dass ca. 20 bis 30 Prozent sanierungsbedürftig sind", steht im Schriftstsück. Dieser Abschnitt weise vor allem im Kurvenbereich "erhebliche Schäden" auf.

Insgesamt sei die 150 Jahre alte Pflasterstraße in einem guten Zustand, stellt der Experte fest. Mehr als 80 Prozent des Pflasters seien "unwesentlich schadhaft". Auf einer Länge von 30 Metern zwischen Pfarrhaus und Abzweig zum Gutshaus befinde sich eine starke Fahrspur. Weitere Schäden an der Straße seien durch nicht fachgerechte Eingriffe zum Verlegen von Kabeln oder Leitungen entstanden. Sein Schluss: Etwa 100 Quadratmeter Straße müssten saniert werden. Laut dem Sachverständigen würde die alte Feldsteinstraße auch eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens im Ort um 100 Prozent aushalten. Bei einer Verkehrszählung hatte der Verein, der das Pflaster retten will, 116 Fahrzeuge am Tag ermitteln lassen (SVZ berichtete).

Wasser auf die Mühlen von Vereinsvorsitzender Katrin Otolski. Nun liege eine neutrale Experten-Meinung vor, die einen Weg aufzeige. "Wir brauchen jetzt ein Reparaturkonzept", so Otolski. Sie hoffe, dass sich die Gemeindevertreter zu diesem Schritt durchringen. Die Stellungnahme liege allen vor. Parallel hat sich der Verein an den Petitionsausschuss des Landtages gewandt, um das Verschwinden der Woseriner Pflasterstraße zu verhindern. Das es gehe, zeige die Nachbargemeinde Mustin.

Die Gemeinde Borkow dagegen plant den Neubau einer Asphaltstraße im Ortsteil Woserin und veranschlagt laut Bauverwaltung 550 000 Euro für die Gesamtlänge von 700 Metern. Geld, das aus Mitteln des Landes fließen soll. Das Kultusministerium gab 2005 grünes Licht zum Abriss des Denkmals. Sternbergs Bauamtsleiter Joachim Gülker argumentierte: Die Straße müsse komplett erneuert werde, da der Baugrund eine zu geringe Tragfähigkeit aufweise.

Die Woseriner Straße soll Thema auf der nächsten Sitzung der Borkower Gemeindevertreter sein.

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