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Lokales

21. August 2017 | 19:37 Uhr

Experte: Das war ein kleiner Tornado

vom

Gadebusch | Entwurzelte Bäume, zerstörte Grundstücksmauern, demolierte Reitsporthindernisse - noch immer sind ein Wetterphänomen und dessen Folgen das Gesprächsthema in Gadebusch. Inzwischen ist klar: Die Stadt hatte Glück. Denn über Gadebusch ist ein Tornado hinweggefegt. "Was die Menschen beobachtet und beschrieben haben, spricht für einen kleinen Tornado. Er hat meistens keine große Breite", sagt der Rostocker Wetterexperte Reiner Thiesel. Nach seiner Einschätzung könnte dieses Wetterphänomen künftig verstärkt in Norddeutschland auftreten. "Mit Tornados muss man zunehmend rechnen, weil Temperaturgegensätze immer härter geworden sind", so Thiesel. Die Hauptkraft solcher Tornados bestehe in der Rotation. "Bäume können dabei abgedreht werden", so Thiesel. Genau dies ist in Gadebusch auf einem Grundstück passiert. Eine etwa acht Meter lange Spitze einer 45 Jahre alten Edeltanne sei durch die enormen Kräfte förmlich abgedreht worden vom Stamm, berichtete der Gadebuscher Wolfgang Paul. Er war am Sonntag Nachmittag in einen Geräteschuppen geflüchtet. "Kurz darauf sah ich eine weiße Wasserwalze, vermischt mit Luft, die mit einer riesigen Geschwindigkeit über unser Grundstück hinweg fegte", so Paul. Nach zehn bis 15 Sekunden sei der Spuk vorbei gewesen.

Welche Zerstörungskraft Tornados haben, wurde erst im vergangenen Monat in einem Urlaubsparadies deutlich: Auf der Helgoländer Düne wurde ein Campingplatz von einem Tornado völlig verwüstet. Bereits im August 2006 war ein Tornado bei Paetrow aufgetreten, ohne größere Schäden anzurichten. Einer Paetrowerin gelang es, das Wetterphänomen mit einem Foto zu dokumentieren. Windhosen entstehen im Einflussbereich kräftiger Aufwinde als schlauchförmige Gebilde aus einer Wolke heraus. Wenn sie den Boden erreichen, können sie erhebliche Schäden anrichten.

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erstellt am 03.Aug.2010 | 05:46 Uhr

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