Exotik vor der Haustür

Ricard Martinoy kommt aus Barcelona, lebt in Dresden und nutzte einen Aufenthalt in der Prignitz für naturkundliche Beobachtungen.
Ricard Martinoy kommt aus Barcelona, lebt in Dresden und nutzte einen Aufenthalt in der Prignitz für naturkundliche Beobachtungen.

An einem warmen Sommerabend liegt die Exotik direkt vor der Haustür. Das erlebten die Teilnehmer einer Safari durch Rühstädt und Umgebung zum Storchen-Feierabend.

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12. August 2009, 09:26 Uhr

Rühstädt | "Immer kamen wir zu spät in den vergangenen Jahren, wenn wir Ende August oder im September noch mal die Störche sehen wollten", sagt Familie Junge aus Buchholz bei Pritzwalk. Die Junges, die das Storchendorf jedes Jahr mehrmals besuchen, freuten sich, dass es dieses Mal klappte. Allerdings waren zur abendlichen Safari, zu der Naturwacht und Storchenclub am Wochenende gemeinsam eingeladen hatten, nur noch die Altstörche zu bewundern. "Die Jungen befinden sich bereits auf dem Weg nach Afrika", erläutert Falk Schulz, ehrenamtlicher Weißstorchbetreuer des Nabu im Landkreis Prignitz. Er hatte sich spontan zur Gruppe hinzugesellt, ergänzte die Erläuterungen von Naturwächter Reinhard Baadke, konnte aus seinem eigenen profunden Wissen schöpfen, um Fragen der Gäste zu beantworten. Am Spektiv, einem Hochleistungsfernrohr, verdeutlichte Schulz, wie man die Ringe an den Vogelbeinen abliest und was sie dem Beobachter sagen.

Die Besucher aus Glöwen, Buchholz, Hamburg, Barcelona und Rühstädt erfuhren auf der abendlichen Safari beispielsweise, warum Adebar im Sommer zuweilen mit weißen Beinen über die Wiesen stakt. "Das ist Kot, den sich die Vögel selbst auftragen, um sich vor Hitze zu schützen", erklärte Reinhard Baadke. Einmal selbst einen Blick durchs Spektiv zu werfen, war für die meisten Teilnehmer ein spezielles Erlebnis - schließlich sieht man nicht nur Störche ganz nah und trotz Dämmerung sehr hell, sondern auch Gänse, Bussarde, Reiher und andere gefiederte Gäste der Elbaue.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit bewegte sich die kleine Gruppe wieder zurück ins Dorf, um den Einflug der Störche auf die Horste zu beobachten. Besonders gut ging das vom Walter -Fritze-Fotopunkt aus. Er befindet sich auf dem Balkon des alten Speichers. Unterdessen wurde am Vereinshaus des Storchenclubs schon der Grill angeheizt. Die Safarigäste ließen den Abend bei Speis und Trank gemütlich ausklingen.

Storchenführungen sind in Rühstädt an und für sich nichts Besonderes - diese war es schon. Storchenclub und Naturwacht arbeiteten Hand in Hand, auch die Tageszeit war ungewöhnlich, ebenso der Aufwand, um die Gäste ins Gelände und anschließend wieder zurück zu bringen. Selbst Rosemarie Meyer lernte am Samstagabend noch wieder neue Dinge hinzu. Und das will etwas heißen: Sie lebt bereits seit 57 Jahren in Rühstädt.

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