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Gericht entscheidet: Unternehmen muss Doreen Albrecht wieder einstellen : Ex-Chefin klagt sich bei Stadtwerken ein

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Die Stadtwerke Güstrow haben den gerichtlichen Streit gegen Doreen Albrecht, ehemalige kaufmännische Geschäftsführerin des Unternehmens, verloren. Nach dem Richterspruch müssen die Stadtwerke die Kündigung zurücknehmen.

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2011 | 12:45 Uhr

Güstrow | Die Stadtwerke Güstrow haben in zweiter Instanz vor dem Landesarbeitsgericht Rostock den Streit gegen Doreen Albrecht, ehemalige kaufmännische Geschäftsführerin des Unternehmens, verloren. Nach diesem Richterspruch müssen die Stadtwerke die Kündigung zurücknehmen und Albrecht wieder einstellen. Seit Montag arbeitet sie als Abteilungsleiterin kaufmännische Dienste. Das bestätigt Geschäftsführer Edgar Föniger. Außerdem ist ihr nach seinen Aussagen eine spezielle Aufgabe übertragen worden. Sie soll ein Kontroll- und Entwicklungskonzept für das Bad "Oase" erarbeiten.

Für Albrecht spricht ihr Rechtsanwalt Dr. Heiko Krenz. Der sieht sich bestätigt, dass er Revision eingelegt hat, weil die Stadtwerke einen Vertrag nicht eingehalten haben. Das Arbeitsgericht Rostock hatte vor einem Jahr entschieden, dass die Kündigung rechtmäßig ist.

Zur Erinnerung: Seit August 2003 arbeitete Albrecht als Chefin der kaufmännischen Abteilung. Am 1. Juni 2005 wurde sie Geschäftsführerin für die kaufmännischen Belange. Wie Edgar Föniger als technischer Geschäftsführer wurde sie für drei Jahre eingesetzt. Sie sicherte sich in ihrem Arbeitsvertrag ein Rückkehrrecht. Das sollte nach ihrem Babyjahr greifen.

Mitte 2008 erhielt sie die erste von fünf Kündigungen. Fönigers Begründung: Die kaufmännische Abteilung wird aus betriebswirtschaftlichen Gründen aufgelöst, um die Firma effizienter zu gestalten. In der Belegschaft wird bis heute zum Teil anders diskutiert, aber hinter vorgehaltener Hand heißt es: Geschäftsführer Föniger dulde keinen neben sich.

Auch der Aufsichtsrat stellte sich damals mehrheitlich hinter den Geschäftsführer. Zum Revisionsverfahren sagt Vorsitzender Jens-Hagen Schwadt: "Der Ausgang hat mich überrascht, da das Urteil in erster Instanz zu Gunsten der Stadtwerke gefällt wurde und diese Kehrtwende nicht absehbar war." Bedauerlich sei, dass kein Vergleich geschlossen werden konnte. Vorgänger Peter Harloff und Aufsichtsratsmitglied sagt wie vor einem Jahr: "Hier wurde ein Arbeitsvertrag gebrochen." Sein Vorwurf bleibt: Ein kommunales Unternehmen hat besondere Verpflichtungen, wenn es etwas zugesichert hat. Es vertrete so nicht die Interessen der "Besitzer der Stadtwerke" - der Bürger.

In der Kritik bleiben auch die finanziellen Auswirkungen. Wollte die Stadtwerke bei der Konsolidierung durch Entlassungen von 13 Mitarbeitern nach SVZ-Informationen 250 000 Euro einsparen, muss es jetzt für Doreen Albrecht vermutlich zwischen 160 000 und 190 000 Euro nachzahlen. Darin enthalten sind zwei Jahresgehälter laut Richterspruch und eventuell 60 000 Euro Schmerzensgeld. Um die Summe soll es im zweiten Rechtsstreit zwischen Stadtwerken und Doreen Albrecht gehen (wir berichteten). Am 11. April ist in dem Verfahren, in dem es um Diskriminierung und Mobbing während der Kündigung geht, die nächste Verhandlung.

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