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Nicht schneller als 30 Stundenkilometer : EU macht Schwerin zur Schleicherstadt

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Fast alle Schweriner Wohngebiete sind Tempo 30-Zonen. Langfristig könnte nach Angaben der Stadtverwaltung auch der komplette innere Ring folgen.

Schwerin | Tausende Fahrzeuge rollen täglich mit Tempo 30 über die Asphaltdecke der Werderstraße. "Stau und lauter Verkehr sind Vergangenheit", sagt Michael Storch, Abteilungsleiter für Verkehrsplanung in der Stadtverwaltung. Die Erfahrungen mit Tempo 30 auf dieser Hauptverkehrsader seien gut.

Die Fahrbahn wirkt eng. Das ist so gewollt, um Autofahrer zu einer langsamen Geschwindigkeit anzuregen. Die Fahrbahndecke besteht bewusst aus Asphalt, historisches Kopfsteinpflaster wäre lauter. "Das Wohngebiet hat deutlich mehr Qualität erhalten", sagt Storch. Ob sich dieser Effekt auch auf den Obotritenring übertragen lässt?

Er ist ebenfalls eine Hauptverkehrsader. Dort gilt noch Tempo 50. Etwa 20 000 Fahrzeuge rollen täglich über die Asphaltdecke und stauen sich in Blechschlangen vor den Ampeln. Anwohner beschweren sich über Lärm und Abgase, deren Werte die aktuellen EU-Bestimmungen zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten regelmäßig überschreiten. Im Jahr 2012 soll sich das probeweise ändern. Dann ist Tempo 30 vorgeschrieben. Der Feldversuch läuft zwei Jahre. Provisorische Baumaßnahmen sollen den Obotritenring optisch verengen, wie in der Werderstraße. Der schlechte Zustand der Straßendecke des Rings wird bleiben. Die Stadt muss sparen.

Anders als im Obotritenring müssen Autofahrer am Ostorfer Ufer vorerst nicht vom Gas gehen. Die Anwohner haben laut Storch erst vor Kurzem einen finanziellen Ausgleich für den Einbau von Lärmschutzfenstern erhalten. Die festgelegten Grenzwerte werden dort eingehalten. Ob das so bleibt?

Die Stadtverwaltung denkt langfristig. Der Verkehr soll vom inneren Ring auf die Umgehungsstraße gedrückt werden. Es gilt Tempo 70. Allerdings greifen auch dort Vorgaben und Grenzwerte. "Aus Lärmschutzgründen gibt es derzeit keine Überlegungen, das Tempo limit anzuheben", teilt das Verkehrsministerium mit.

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erstellt am 08.Jun.2011 | 02:13 Uhr

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