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Lokales

18. August 2017 | 01:37 Uhr

Esche erschlägt Waldarbeiter

vom

Kummerow | Schrecklicher Unfall im Wald bei Kummerow: Ein Forstarbeiter ist am Mittwoch bei Baumfällarbeiten im Landkreis Nordvorpommern ums Leben gekommen. Der 30-Jährige beseitigte in einem Waldstück zwischen Kummerow und Bussin zusammen mit Kollegen Totholz, als ihn eine umfallende Esche traf und schwer verletzte. Wie die Polizei gestern mitteilte, war der Baum bereits von einem anderen Mitarbeiter eingeschnitten und gekeilt worden.

Der herbei gerufene Notarzt versuchte den Verunglückten zwar noch wiederzubeleben, aber erfolglos. Der Arbeiter erlag seinen Verletzungen. Jetzt ermittelt die Polizei und das Amt für Arbeitsschutz, wie es zu dem Unfall kommen konnte. "Waldarbeiter sollen zum Beispiel beim Fällen immer zwei Baumlängen, aber noch in Ruf- und Sichtweite, voneinander stehen", erklärt Klaus-Peter Patzwall vom Landesforstamt Mecklenburg-Vorpommern. "Bei Arbeiten mit der Motorsäge dürfen sie nie alleine unterwegs sein."

Natürlich sei bei der Arbeit mit diesem Gerät auch der richtige Umgang wichtig. "Ein Nachweis darüber ist Pflicht", sagt er. Auch ein Handy dabei zu haben, sei vorgeschrieben, um notfalls einen Arzt rufen zu können." Die Betriebe seien verpflichtet ihre Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen darüber zu informieren.

Doch trotz dieser Richtlinien: "Waldarbeit ist und bleibt gefährlich", betont Patzwall. Daran könne auch der Arbeitsschutz nichts ändern. Das zeigt auch die Statistik: Allein in den Wäldern von Mecklenburg-Vorpommern kam es 2008 zu 116 Arbeitsunfällen, wie Zahlen des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik belegen. Zwei davon endeten tödlich. Nur in Bayern und Baden-Württemberg ereigneten sich mehr Arbeitsunfälle im Forst. Deutschlandweit gab es insgesamt 1058 Fälle, sechs davon mit tödlichem Ausgang.

Baumfällen ist dabei mit 60 Prozent die häufigste Unfallursache in MV, heißt es in der Statistik weiter. In 67 Prozent der Fälle ziehen sich die Forstarbeiter dabei aber nur leichte Verletzungen zu. Passiert etwas, dann leitet das Amt für Arbeitsschutz eine Untersuchung ein.

Ein Mitarbeiter der Stralsunder Dienststelle erklärte gestern: "Wir führen natürlich regelmäßig in den Betrieben angekündigte und unangekündigte Kontrollen durch." Das sei schließlich ihr Job, betont er.

Bundesweit über eine Millionen Arbeitsunfälle

Das gilt auch nicht nur für Forstbetriebe, sondern für alle Unternehmen. Schließlich passieren Arbeitsunfälle nicht nur im Wald. So ereigneten sich laut Angaben des statistischen Bundesamtes im Jahr 2008 deutschlandweit 1 063 915 Fälle, 25 038 davon in MV. 20 von diesen Arbeitsunfällen endeten tödlich. Im Bundesgebiet waren es insgesamt 765. 176 weniger als zwei Jahre zuvor. In MV ist die Anzahl nur geringfügig gesunken. 2006 starben 21 Personen bei Arbeitsunfällen, also eine mehr als 2008.

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erstellt am 09.Sep.2010 | 08:22 Uhr

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