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Lokales

20. Oktober 2017 | 20:03 Uhr

"Es war wie ein Weltuntergang"

vom

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2010 | 06:17 Uhr

Gadebusch | Entwurzelte Bäume, zerstörte Grundstücksmauern, demolierte Reitsporthindernisse - das ist die Bilanz eines möglichen Wirbelsturms. Er war am Sonntag in den Nachmittagsstunden über Teile Gadebuschs hinweggefegt und hinterließ eine Spur der Verwüstung. "Es war wie ein Weltuntergang", fasst der Gadebuscher Wolfgang Paul zusammen. Der 60-Jährige war gerade beim Blumengießen, als er am Sonntag von Südwesten her eine dunkle Wolke Richtung Schaalsee ziehen sah. Dann ging alles blitzschnell. "Es gab einen Wolkenbruch. Mir blieb nur noch die Flucht in den Geräteschuppen. Kurz darauf sah ich eine weiße Wasserwalze, vermischt mit Luft, die mit einer riesigen Geschwindigkeit über unser Grundstück hinweg fegte."

Blumentöpfe aus Ton gingen zu Bruch. Eine etwa acht Meter lange Spitze einer 45 Jahre alten Edeltanne sei durch die enormen Kräfte förmlich abgedreht worden vom Stamm. "Die etwa zwei bis drei Tonnen schwere Tonnenpitze flog mindestens sechs Meter durch die Luft und blockierte die halbe B 208", sagt Paul. Auf dem Grundstück eines Nachbarn entwurzelte der Wirbelsturm eine etwa 100 Jahre Tanne. Auf dem Reitsportplatz flogen Hindernisse durch die Luft. Pferde waren aufgeschreckt, wirkten verstört und suchten Schutz in einer Hecke. Als armdicke Äste auf die Erde flogen, ergriffen sie die Flucht. Dabei soll eines der Tiere verletzt worden sein. "Das alles dauerte etwa zehn bis 15 Sekunden, nicht länger. Dann war der Spuk vorbei", verdeutlicht Paul. Der Wirbelsturm war auch über das Wohngebiet "Ziegenkoppel" hinweg gezogen. Dort flog ein Trampolin mehrere Meter durch die Luft und wurde gegen einen Laternenmast geschleudert. In der Rehnaer Straße zerstörte ein umgestürzter Baum eine Grundstücksmauer.

Das Kuriosum: Der Wirbelsturm war lokal begrenzt. Wenige Meter weiter am Raiffeisenmarkt gab es keine Schäden zu beklagen. "Die Schneise war etwa 150 Meter breit", berichtete ein Augenzeuge. Ein Mitglied der Feuerwehr sagte: "Es war, als ob jemand Nebel versprüht hätte. Es war nur noch Weißes zu sehen. So etwas wie am Sonntag habe ich noch nicht erlebt." Wie hoch der Gesamtschaden ist, steht noch nicht fest. Der Polizei lagen bis gestern keine Meldungen über Verletzte oder beschädigte Autos vor.

Im August 2006 hatte es im Bereich Gadebusch schon einmal ein Wetterphänomen gegeben. Damals ließ erst ein Donnerschlag ein Haus erzittern, dann beobachtete eine Familie in Paetrow an der B 208 einen Mini-Tornado, der sich über einem Feld drehte.

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