zur Navigation springen
Lokales

20. November 2017 | 05:04 Uhr

Es geht um mehr als ein Schiff

vom

svz.de von
erstellt am 02.Jun.2010 | 08:14 Uhr

Schmarl | Das Traditionsschiff vom Typ Frieden als maritime Kulturinstitution am Fähranleger gibt es in Schmarl bereits seit 40 Jahren. Ebenso lange ist es dort ein Museum. Zu den Jubiläumsfeiern am 13. Juni wird eine Ausstellung zur Geschichte eröffnet.

Bei der Ortsbeiratssitzung am Dienstag ging es erneut um die Zukunft des Museums und die Standortfrage. Die ist noch nicht geklärt. Im Gespräch sind nach wie vor der bisherige Liegeplatz in Schmarl und der Stadthafen. Derzeit prüft eine Lenkungsgruppe aus Museums-Experten alle Argumente und leistet damit eine wichtige Zuarbeit für das städtische Museumskonzept. "Wir hoffen, dass sie im September vorliegt", sagt Kultursenatorin Liane Melzer (SPD). Eines hat die Lenkungsgruppe allerdings schon nach dem ersten Treffen betont: "Die Qualität des Museums muss sich in vielem verbessern. Das betrifft auch die Präsentation der Außenobjekte. Wie die Anker momentan stehen, stellen sie in den Augen der Experten kaum mehr als nur einen Haufen Schrott dar, anders angeordnet könnten sie einen interessanten Museusmpfad abgeben", sagt Melzer. "Um das Traditionsschiff weiter zu entwickeln, ist ein landseitiger Anbau nötig, egal, an welchem Standort das Schiff liegt", sagt sie. Allerdings sieht es derzeit mit Fördermitteln nicht gerade rosig aus. Das haben ihre Nachfragen im Ministerium ergeben. Das Land fördert momentan die Museumsstandorte in Wismar und Peenemünde. Im Vorfeld der Internationalen Gartenbauausstellung seien in die Rekonstruktion des Traditionsschiffes Millionen geflossen, um den desolaten baulichen Zustand zu verbessern. Der Rost hatte das Schiff damals in große Gefahr gebracht.

"Bei der gesamten Diskussion geht es nicht um ein Schiff, das Schiff ist eher ein Symbol, es geht um die Entwicklung eines gesamten Museumsstandortes", betont Leiter Peter Danker-Carstensen. Auch er wartet dringend auf die politische Entscheidung, denn das Traditionsschiff allein zu betrachten, greife zu kurz. "Bei den Diskussionen um den endgültigen Liegeplatz für das Schiff wird oft das Beiwerk außer Acht gelassen", sagt Danker-Carstensen. "Zu uns gehören drei Hebeschiffe, der Schwimmkran ,Langer Heinrich, 70 Großobjekte, eine 400 Quadratmeter große historische Bootswerft. Außerdem befinden sich derzeit im ehemaligen Schiffbaumuseum August-Bebel-Straße 1 noch Hunderte Exponate, die man nur in einem Gebäude zeigen kann", sagt Danker-Carstensen. 2000 Quadratmeter Fläche sind dafür im Gespräch. "Dieser Umfang wird in der öffentlichen Debatte oft unterschätzt", so der Museumsleiter. Beide Standorte bieten Vorteile, die gegeneinander abgewägt werden müssten.

Hinsichtlich der inhaltlichen Aufwertung raten die Experten, mit vielen wissenschaftlichen Einrichtungen wie beispielsweise dem Institut für Ostseeforschung zu kooperien, um dem ganzen maritimen Museum den Anstrich eines Science-Centers zu geben.

Auch Hans Beyer, Vorstandsmitglied im Förderkreis Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum und sein Verein setzen darauf, dass jetzt möglichst bald ein Ende der Diskussion erreicht ist. "Wir fordern nicht, diesen oder jenen Standort zu bevorzugen. Es muss lediglich endlich eine pragmatisch Entscheidung gefällt werden, von der man weiß, dass siedann auch umgesetzt werden kann", sagt Beyer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen