„Es bleibt nur Leere“

Mitschüler der Unfallopfer versuchten gestern zu begreifen, was in der Nacht zu Dienstag hier geschehen ist. Nahe Plate starben drei Jugendliche.
Mitschüler der Unfallopfer versuchten gestern zu begreifen, was in der Nacht zu Dienstag hier geschehen ist. Nahe Plate starben drei Jugendliche.

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05. Juni 2009, 08:51 Uhr

„Es bleibt nur Leere“Bewegender Abschied von Plater Unfallopfern Fassungslos standen gestern Abend mehr als 70 Personen, Verwandte und Freunde der Opfer des schweren Unfalls vom Dienstag, an der Autobahnbrücke bei Plate. Sie nahmen Abschied von den tödlich verunglückten Jugendlichen und versuchten in der Gruppe, das Unfassbare zu begreifen.Plate Werner MettEin Meer von Blumen und Kerzen, Plüschtiere und Fotos der Unfallopfer brachten gestern Angehörige, Freunde und Bekannte an die Stelle, an der in der Nacht zu Dienstag der Wagen neben der Autobahnbrücke bei Plate die Böschung herunter gerast und verunglückt war. Der 18-jährige Fahrer und zwei 14-jährige Mädchen starben hier, ein 16-Jähriger überlebte den Unfall verletzt.

„Eigentlich bleibt nur eine Leere zurück“, sagt ein guter Freund. Er ist nicht das erste Mal an die Unfallstelle gekommen. „Ich hab noch nicht kapiert, was passiert ist.“ Doch in der Gruppe sucht auch er Halt. Mehr als 70 Personen waren allein gestern Abend an die Brücke gekommen. Die meisten haben Tränen in den Augen, alle versuchen, sich gegenseitig zu trösten. Von der Mahnwache – eine andere hatte bereits um Mitternacht stattgefunden – hatten die Jugendlichen von Freunden gehört oder im Internet gelesen. Sie wollten unbedingt dabei sein, um Abschied von ihren Freunden zu nehmen, um in der Trauer nicht allein zu sein.

„Dass so viele Freunde gekommen sind, zeigt doch, wie beliebt sie waren.“ Der Mann, der das sagt, ringt bei jedem Wort um Fassung: Er ist der Vater eines der verunglückten Mädchen. Die vielfältige Anteilnahme seit dem Unfall ist natürlich im Vergleich zum gerade erlittenen Verlust gering, aber sie helfe auch ihm ein bisschen. „Schlimm ist nur, dass wir nicht wissen, wann wir die Kinder beerdigen können. Die Leichen sind noch nicht freigegeben“, so der Vater. Ein anderer Angehöriger bedankt sich ebenfalls für die Unterstützung und Beileidsbekundungen in diesen schweren Stunden. „Hier wird nicht die Frage nach der Schuld gestellt, keinerlei Vorwurf erhoben. Das ist gut so. Wir sind hier, um gemeinsam zu trauern.“

Die tragischen Ereignisse in der Nacht zu Dienstag haben in ganz Plate und Umgebung tiefe Bestürzung ausgelöst, weiß Pastor Michael Galle. Er selbst hat inzwischen mit allen vier betroffenen Familien reden können, versucht Beistand zu geben. Gestern Abend beim Gedenken war er ebenso dabei. Auch Lehrer von der Regionalschule Banzkow suchten hier immer wieder das Gespräch mit den sichtlich bestürzten Jugendlichen. Es sind ihre Schüler. Die drei tödlich Verunglückten und der verletzte 16-Jährige saßen noch in der vorigen Woche mit ihren Freunden im Unterricht. „Das ist einfach nur schrecklich“, sagt Schulleiterin Barbara Kalkstein. Doch die Lehrer, die Schulsozialpädagogin und der Pastor sind sich einig, dass sie jetzt den Schülern helfen müssen – auch noch zu Beginn der Unterrichts in der kommenden Woche.

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