Erster Treff der neuen Bürger

Vereinsvorsitzender Dieter Kreutzer  (r.) begrüßte unter den Gästen auch  Perleberger Neubürger am Nachbartisch. Manfred Drössler
Vereinsvorsitzender Dieter Kreutzer (r.) begrüßte unter den Gästen auch Perleberger Neubürger am Nachbartisch. Manfred Drössler

von
17. Dezember 2010, 07:36 Uhr

Perleberg | Zu einem ersten Neubürgertreff hatte der Bürgerverein Perleberg am Donnerstag ins "Schuhmarkteck" eingeladen. Willkommen waren ehemalige Perleberger, die in ihre Heimatstadt zurückkehrten, aber auch Einzelpersonen, Ehepaare und Familien, die in der Rolandstadt bzw. in den Ortsteilen ein neues Zuhause fanden.

Zwölf Neubürger hatten ihre Teilnahme zugesagt - das Schneetreiben trug sicher dazu bei, dass nur sieben kamen. Zu ihnen gehörte Bärbel Neidel, die viele Jahre in Hamburg lebte und seit vier Monaten wieder Rolandstädterin ist. Ebenso Ingeborg Gottwald, die in Schönebeck ein Zuhause gefunden hatte, seit vier Jahren aber wieder in Perleberg lebt. Zurück aus Schwerin in seine alte Heimat kam 2009 Johannes Klettke. Keine Beziehung zu Perleberg hatten dagegen Klaus-Jürgen Marks und Anne Bries, die Ende 2005 aus Berlin nach Wüsten-Buchholz, einem Perleberger Ortsteil, zogen. Neubürger der Kreisstadt sind seit Anfang 2010 ebenso Henk und Walda van Essen.

"Wir hatten 2000 ein Häuschen auf Usedom gekauft und wurden 2005 durch einen Makler auf ein Grundstück in Wüsten-Buchholz aufmerksam. Der Raps blühte, und die Natur nahm uns sofort gefangen", erzählte Anne Bries. Und so zog das Paar aus Berlin in die Prignitz, investierte in ein Siedlungshaus und fühlt sich hier wohl. "Wir vermissen das chaotische Berlin nicht, auch wenn unsere Kinder heute noch fragen, wie kamt ihr nur nach Wüsten-Buchholz", schmunzelte die frühere Siemensbeschäftigte. Die erste Anschaffung sei ein Rasentraktor gewesen, um die 4000 Quadratmeter-Grundstücksfläche zu beherrschen. "Die Leute sind hier sehr nett, man hilft einander, und es ist eine entspanntere Art, miteinander umzugehen", ergänzt Klaus-Jürgen Marks, ehemaliger Bauleiter. Was beide aber mit Blick auf die spärliche Busanbindung feststellten: In der Prignitz muss man mobil sein, das Auto ist kein Luxus. Und: "Man muss Arbeit haben, um hier zu wohnen - oder weite Wege auf sich nehmen".

Henk und Walda van Essen, gebürtige Holländer, bauten 2001 in Ostfriesland ein Haus, zogen 2002 ein, erwarben 2006 in der Region ein Bauernhaus, das sie als Atelier nutzen wollten. Daraus wurden Ferienwohnungen mit 600 Übernachtungen in vier Jahren. "Wir waren dann auf der Suche nach einem Gutshaus, stießen auf Wüsten-Buchholz, doch hätte man da zu viel reinstecken müssen. Da uns Perleberg und die Umgebung gefielen, wurden wir dann in der Stepenitzstadt fündig und zogen Ende 2010 ein", erzählte Walda van Essen. Erste Buchungen für eine neu eingerichtete 4-Sterne-Ferienwohnung gab es im Mai. Platz im Haus ist auch für eine Galerie, denn die Neu-Perlebergerin arbeitet seit 1991 als freischaffende Künstlerin.

Im Frühjahr soll es einen weiteren Neubürgertreff geben, dann im Lesegarten des Antiquariats. Wie beim ersten Mal seien auch Mitglieder des Bürgervereins herzlich willkommen, betonte Vorsitzender Dieter Kreutzer, der darauf hofft, dass einige Neu-Perleberger die Vereinskraft stärken werden. Wie bei der Premiere wird es beim Zweittreff einen Kurzvortrag geben. Am Donnerstag hatte Revierförster Holger Schulz einen mit Bildern untersetzten Vortrag zum Weinberg gehalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen