Erster Seniorenspielplatz: Bewegung gegen das Altern

Bauen den ersten Mehrgenerationenplatz in der Reutershäger Arthur-Becker-Straße  nach eigenen Plänen: Azubis Martin Frehse, Marcus Rudi sowie Lehrausbilderin Jana BunkowskiMaria Pistor
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Bauen den ersten Mehrgenerationenplatz in der Reutershäger Arthur-Becker-Straße nach eigenen Plänen: Azubis Martin Frehse, Marcus Rudi sowie Lehrausbilderin Jana BunkowskiMaria Pistor

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22. Dezember 2009, 08:53 Uhr

Rostock | Der Anblick eines schaukelnden Rentners oder einer alten Dame auf der Rutsche ist nicht alltäglich. Noch jedenfalls. Trotzdem wächst der Bedarf an so genannten Spielplätzen für Senioren in der Hansestadt. Der Grund: Bis 2030 ist jeder dritte Hansestädter über 60 Jahre alt, hieß es kürzlich im Seniorenbeirat der Stadt.


Anlage nach Plänen der Azubis

Der erste Platz dieser Art ist in Arbeit. Nach Vorschlägen von Auszubildenden des Grünamtes der Stadt entsteht in der Reutershäger Arthur-Becker-Straße der erste Mehrgenerationenplatz in und für Rostock.

Die drei ausgesuchten Geräte wie Walker, Twister und ein Rückenmassagegerät für die Senioren werden zu einem späteren Zeitpunkt aufgestellt, wenn das Geld dafür vorhanden ist.

Das gleiche gilt für die Rasenansaat, die kann aus witterungstechnischen Gründen erst im kommenden Frühjahr erfolgen. Die Anlage in Reutershagen ist derzeit eine Lehrbaustelle des Grünamtes. Dort gibt es in jedem Jahr so ein praktisches Projekt für die Auszubildenden. Mehrere Lehrlingsteams haben ihre Vorschläge unterbreitet.

Den Zuschlag bekamen die Ideen, an denen die Auszubildenden Martin Frehse und Marcus Rudies mitgewirkt hatten. Ihre Überlegungen bilden die Grundlage für die Gestaltung der Fläche. Architekt Andreas Neumann ergänzte das Siegerprojekt um den fachlichen Feinschliff.

Seit mehreren Wochen arbeiten die jungen Leute auf der Baustelle in Reutershagen. "Das ist ein schöner Beruf, man kann Bauen und Gärtnern verbinden", findet Marcus Rudies (20). Die Rentner von heute erobern neue Bewegungsräume, stellten die Mitglieder des Seniorenbeirates der Hansestadt fest. Im Ortsbeirat Heide wurde bereits ein ähnliches Vorhaben diskutiert, auch bei der Frauenzukunftswerkstatt und beim Stadtteilfrühstück im Groß Kleiner Börgerhus sorgt das Thema für Furore.

Die Groß Kleinerinnen Ingrid Schimmelpfennig, Elfriede Schuh und Barbara Witkowski-Demitter wünschen sich mehr Angebote im Freien, die aber kein Geld kosten.

"Der Begriff ist vielleicht für jeden, der ihn zum ersten Mal hört, etwas gewöhnungsbedürftig", sagt Monika Schneider, Stadtteilmanagerin von Groß Klein.

Freilufttreff kostet kein Eintrittsgeld

Bei einer Frauenzukunftswerkstatt in Groß Klein wurde der Wunsch nach einem solchen Freiluftplatz geäußert, der keinen Mitgliedsbeitrag kostet. "Minigolf wäre ideal, vielleicht Tischtennis oder Brettspiele", sagt Quartiermanagerin Schneider. Als Platz für so ein Angebot im jüngsten Stadtteil des Nordwestens ist die Fläche um das Börgerhus in Betracht gezogen worden.

Die Nähe zur Einrichtung birgt Vorteile, auch was die Unterbringung von Sport und Spielgeräten betrifft. Im Ortsbeirat Heide gibt es auch Diskussionen zur Anlage eines solchen Platzes für Betagte. Dem anfänglichen Gelächter vieler, die vom Thema Seniorenspielplatz gehört haben, steht ein echter Bedarf nach solchen Möglichkeiten gegenüber.

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