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Junge Bäume für ganz MV herangezogen : Erntezeit in der Baumschule Gädebehn

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In der kalten Jahreszeit wird im Wald geerntet. Diese Grundregel gilt nicht nur für die großen Bäume, sondern auch für die kleinen. So herrscht jetzt wieder Hochbetrieb in der Baumschule des Forstamtes Gädebehn.

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erstellt am 04.Dez.2012 | 11:59 Uhr

Gädebehn | In der kalten Jahreszeit wird im Wald geerntet. Diese Grundregel gilt nicht nur für die großen Bäume, sondern auch für die kleinen. So herrscht jetzt wieder Hochbetrieb in der Baumschule des Forstamtes Gädebehn. Für etwa 1,5 Millionen Setzlinge ist es an der Zeit, an ihren Bestimmungsort zu kommen, berichtet Forstamtsleiter Ingo Nadler. Denn so lange der Frost noch keinen Einzug gehalten hat, kann junger Wald angelegt werden. Da Gädebehn die einzige Baumschule der Landesforstanstalt hat, werden hier junge Bäume für ganz Mecklenburg-Vorpommern herangezogen.

Vor zwei bis vier Jahren wurden die Samen in Beete gelegt. Der erste Frost sorgt dafür, dass auch diese kleinen Laubbäume ihre Blätter verlieren. Dem Wachstumsschub des Jahres ist ein Ende gesetzt, die Setzlinge verholzen. Junge Buchen und Eichen können jetzt direkt aus dem Saatbeet heraus abgegeben werden. Erlen und Nadelbäume müssen hingegen verschult werden. Die Sprösslinge dieser Bäume werden nach zwei Jahren vereinzelt und bleiben zwei weitere Jahre in der Baumschule, erzählt Nadler.

Die Gädebehner haben es in ihrer Baumschule vor allem mit Buchen zu tun. Dieser Laubbaum ist ohnehin der wichtigste Baum in den Wäldern Mitteleuropas. Dementsprechend spielt er auch bei der stetigen Verjüngung der Wälder eine große Rolle. "Die Nachfrage nach Rotbuchen ist am größten", ergänzt Nadler. "Darauf haben wir uns eingestellt." Etwa zwei Drittel aller jungen Bäume auf den Nachzuchtbeeten bei Gädebehn sind Rotbuchen. Das Saatgut erhalten die Mecklenburger aus Vorpommern - aus der Darre der Forst in Jatznik. Die Fachleute dort bekommen Bucheckern aus den besten Beständen des Landes. Die Früchte werden gereinigt, getrocknet und eingefroren. "Das Saatgut ist zehn Jahre lang haltbar", erläutert Nadler. Die Baumschulen können so kontinuierlich frisch aussäen und zwei Jahre später die Setzlinge ernten.

Doch mit Buchen allein ist es nicht getan. In diesem Spätherbst können die Gädebehner auch 150 000 junge Eichen ausliefern. "Das sind unsere derzeit letzten", bedauert Nadler. Denn 2011 und 2012 gab es leider nicht so viele Eicheln in den guten, zur Zucht vorgesehenen Beständen. Es konnten keine neuen Eicheln ausgesät werden. "Die Eiche ist besonders witterungsanfällig", berichtet Ingo Nadler. Später Frost im Frühjahr oder große Trockenheit im Sommer können dazu führen, dass es keine Früchte gibt. Jetzt hoffen die Fachleute auf ein gutes Jahr 2013 mit vielen Eicheln an den Mutterbäumen in Schwerin-Schelfwerder und in der Mueßer Bucht. Dort gewinnen die Gädebehner ihre Eichensaat.

Immer mehr an Bedeutung in der Nachzucht kommt inzwischen der Rot erle zu. Erle und auch Stieleichen ersetzen auf feuchten Standorten die Gemeine Esche. Denn immer mehr Eschenbestände werden von einem Pilz befallen, der ein Eschensterben auslöst. In kleinem Maße ziehen die Gädebehner auch alte Wildobstsorten und Sträucher heran - aus doppelt gutem Grund. Diese Gehölze dienen der Artenvielfalt im Wald und es sind Genreserven.

Mit Nadelbäumen haben in Sachen Aufzucht die Gädebehner nicht so viel zu tun. Sie kümmern sich zwar auch um junge Fichten und Douglasien, aber Kiefern fehlen hier. "Die Forstbaumschule

Güstrow ist ein ausgewiesener Spezialist für Kiefernanzucht", berichtet Ingo Nadler. Da es im Land so einen Fachbetrieb gibt, greifen auch die staatlichen Forstbetriebe gern auf dessen Ware zurück.

Immer mehr an Bedeutung in der Baumschule Gädebehn gewinnt aber auch der Weihnachtsbaum-Verkauf: 9 der insgesamt 42 Hektar sind inzwischen Weihnachtsbaum-Plantagen. 6000 Stück werden allein in diesem Jahr geerntet. Die meisten werden am 15. Dezember an den Forsthäusern der Reviere, die zum Forstamt Gädebehn gehören, verkauft. Die Baumschule öffnet ebenfalls am Sonnabend vor dem dritten Advent ihre Tore. Zwischen 10 und 15 Uhr können sich alle Interessenten auf der Plantage an der Straße nach Demen ihren Lichterbaum aussuchen. Der Weihnachtsmarkt auf dem Hof des Forstamtes Gädebehn findet einen Tag später, am 16. Dezember, von 10 bis 15 Uhr statt.

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