Erneute Notsicherung für Conower Gotteshaus

Der neogotische Backsteinbau mit kreuzförmigem Grundriss entstand 1886 bis 1888 durch  Baumeister Daniel, nachdem der mittelalterliche Vorgängerbau wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.
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Der neogotische Backsteinbau mit kreuzförmigem Grundriss entstand 1886 bis 1888 durch Baumeister Daniel, nachdem der mittelalterliche Vorgängerbau wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.

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12. Juni 2010, 01:57 Uhr

Conow | Noch 2008 feierten die Conower stolz das 120-jährige Bestehen ihrer Dorfkirche. Was sie da sicherlich schon ahnten, hat sich nur wenig später leider bestätigt. Denn die Jubilarin war bereits während ihres runden Geburtstages ernsthaft krank. Schlimmer noch, sie sackt nun weiter ab.

"Das haben statische Untersuchungen ergeben", sagt Pastorin Konstanze Helmers und berichtet über sechs Schürfgrabungen von 80 mal 200 Zentimetern und 2,50 Meter Tiefe, die der Förderverein Conower Kirche e.V. durchgeführt habe. "Wir wollten erfahren, wie der Boden beschaffen ist, auf dem die Kirche steht. Außerdem wurden jetzt zwei Tiefenbohrungen durchgeführt. Nun warten wir ein wenig aufgeregt und besorgt auf das Ergebnis des Bodengutachtens."

Der echte Hausschwamm habe sich, so die Seelenhirtin, an mehreren Stellen innerhalb der Kirche weiter ausgebreitet. Leider sei dies auch nur allzu deutlich an den tragenden Dachverbindungen zu erkennen, die zum Teil sehr marode wären. "Der Schwamm wächst unaufhörlich. Das ist für uns ein ernst zu nehmendes Alarmsignal. Man sagt, wenn der Pilz sich nach außen vergrößert, habe er innen schon alles aufgefressen", berichtet die 38-Jährige, die seit 2007 für etwa 770 Kirchgemeinde glieder aus Conow, Karenz, Malliß, Bockup, Schlesin, Niendorf, Probstwoos sowie Grebs zuständig ist. Da seien die paar Risse in den Wänden, dem Altarraum und der Kuppel beinahe nur das kleinere Übel. "Mir ist kürzlich beim Schlusssegen im Gottesdienst schon der Putz auf den Kopf gerieselt." Dass das Gotteshaus bereits vor einigen Jahren zwischenzeitlich baupolizeilich gesperrt war, weil das Dach einzustürzen drohte, erwähnt sie ebenfalls. "Im Moment ist die Kirche wieder gesperrt. In der kommenden Woche soll eine erneute Notsicherung erfolgen, so dass wir wenigstens in der Winterkirche Gottesdienste und die am 20. Juni bevorstehende Goldene Konfirmation durchführen können. Die Trauungen finden ohnehin schon in den Nachbarkirchen statt."

Für eine erforderliche Rundumsanierung sind die Kosten auf eine Million Euro beziffert. Zu viel für eine Gemeinde, deren Baukasse kaum einen Notgroschen enthält. "Ich rechne mit mindestens 250 000 Euro, die wir allein für das Dach samt Gebälk bräuchten. Die Einwirkung von Feuchtigkeit führte über Jahrzehnte in vielen Teilen der Dachtragwerkskonstruktion zu schweren Holzschäden und dem Verlust der Tragfähigkeit. Wir werden mindestens fünf bis zehn Jahre - je nachdem, wie viel Geld vorhanden ist - benötigen, um die Schäden zu beseitigen", ist sich die Pastorin sicher und hofft auf Spenden, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Landeskirche und den Förderverein, der Geld aus der öffentlichen Hand beantragen kann. Und spricht davon, dass das Dach des Gotteshauses schon immer viel zu schwer für das Balkenwerk darunter gewesen sei.

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