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Lokales

23. November 2017 | 10:33 Uhr

Ernährungsstörungen zu Leibe rücken

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erstellt am 26.Okt.2010 | 06:15 Uhr

Güstrow | Fettleibigkeit, die so genannte Adipositas, ist die neue Volkskrankheit in Deutschland. Laut Statistischen Bundesamt leben in MV und speziell in Rostock die meisten adipösen Menschen in der Bundesrepublik. Ein sehr dramatischer Anstieg ist zudem bei der Kinder- und Jugend-Adipositas zu verzeichnen. Behandlungsmethoden und Folgen dieser Krankheit stehen im Mittelpunkt des 2. Adipositas-Tages in Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr in der Eingangshalle des KMG-Klinikums Güstrow. Betroffene und Angehörige finden kompetente Gesprächspartner, die sie zu dem Themenkreis Adipositas beraten können.

Die Folgen von Adipositas sind teilweise fatal: Nicht nur, dass sie andere körperliche Gebrechen nach sich zieht, wie Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, Herz-/Kreislauferkrankungen usw., sondern sie führt auch zur Isolierung, zur Vereinsamung von Menschen, zu gemindertem Selbstwertgefühl mit allen Folgeerscheinungen. "Deshalb ist es gut, dass es in unserer Gesellschaft auch Menschen und Selbsthilfegruppen wie in Güstrow und Rostock gibt, die mit großem Engagement sich gegen diese Entwicklung auflehnen", sagt Matthias Fischer, Verwaltungsdirektor des KMG-Klinikums. Die Selbsthilfegruppe "Lichtblicke trotz Übergewicht" in Rostock sei so ein Leuchtfeuer in der Brandung, auf deren Anregung der Adipositas-Tag stattfindet.

Ursachen und Symptome von Ernährungsstörungen und daraus resultierende Problemen werden auch im KMG-Klinikum Güstrow behandelt, so Fischer. Dazu existieren medizinische Fachdisziplinen wie die Kinder- und Jugendpsychiatrie oder die Erwachsenenpsychiatrie, die Gastroenterologie, die Bauchchirurgie, die Chirurgie des Stütz- und Bewegungsapparates oder die Kardiologie. "Wir unterstützen als Klinikum jedoch den Adipositas-Tag, um vielen Menschen dabei zu helfen, nicht wegen starkem Übergewicht und daraus resultierender Komplikation stationär behandelt werden zu müssen", sagt Fischer. Die stationäre Behandlung würde immer nur den letzten Schritt darstellen, wenn andere Maßnahmen nicht mehr greifen würden. Wilfried Freier, stellvertretender Vorsitzender der Selbsthilfegruppe "Lichtblicke trotz Übergewicht", sieht MV unterdessen auf einem guten Weg, da sich aus einem runden Tisch heraus Arbeitsgruppen gebildet hätten, welche die Voraussetzungen schaffen sollen, ambulante Adipositas-Zentren zu errichten.

Erfreulich ist für Matthias Fischer zu beobachten, dass sich die Selbsthilfegruppen untereinander vernetzen. So wird am 2. Adipositas-Tag Mecklenburg-Vorpommerns in Güstrow auch das Adipositas-Zentrum Hamburg vom Klinikum Wandsbeck vertreten sein, das schon auf zehn Jahre Erfahrung in der Beratung von Patienten und Angehörigen zurückblicken kann. Auch Chefärzte aus Reha-Kliniken, die auf die Rehabilitation von Patienten mit Ernährungsstörungen spezialisiert sind, stehen als Gesprächspartner zur Verfügung.

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