Rehabilitationsklinik „Garder See“ in Lohmen : Erfolgsgeschichte nach schwerem Start

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Die Reha-Medizin ist diejenige Branche, die das Gesundheitsland MV nach außen repräsentiert. Und diese Branche wächst, auch wegen des demografischen Wandels.

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09. August 2011, 11:35 Uhr

Lohmen | Die Reha-Medizin ist diejenige Branche, die das Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern nach außen repräsentiert. Und diese Branche wächst, auch wegen des demografischen Wandels. Im 15. Jahr ihres Bestehens stellt sich deshalb auch die Rehabilitationsklinik "Garder See" in Lohmen auf eine betriebswirtschaftlich breitere Basis und eröffnet in dieser Woche einen 1,5 Millionen teuren Gebäudeanbau für Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen. 42 zusätzliche Betten sind hier entstanden. Damit erhöht sich die Bettenzahl auf 316. "Gerade im Bereich der Psychosomatik ist der Bedarf stark angestiegen", sagt Dr. Rainer Fähnrich, Geschäftsführer der Reha-Klinik "Garder See" GmbH. In Bezug auf die Reha-Kliniken für Erwachsene zählt Lohmen damit heute zu den größten Einrichtungen in MV.

Das war nicht immer so. Die Klinik wurde 1996 mit hohen Investitionssummen in Betrieb genommen. Zur gleichen Zeit legten sich die Auswirkungen der ersten Gesundheitsreform mit starken Veränderungen für die Reha-Einrichtungen und die Kostenträger über das gesamte Bundesland. "Man hätte keinen ungünstigeren Moment wählen können", so Fähnrich im Rückblick. Er arbeitet seit 1997 in dem Haus, seit 2007 ist der 57-Jährige Geschäftsführer. "Große Verunsicherung und enorme Startschwierigkeiten beherrschten damals die Situation, d.h. auch die Anleger, die lokalen Initiatoren der Gemeindevertretung mussten einige unruhige Tage überstehen. Der Rehabilitationsklinik ,Garder See wurden wenig Überlebenschancen prognostiziert."

In zwei Jahren Auslastung von 25 auf 85 Prozent gesteigert

Doch die Einwerbung von Kostenträgern - Krankenkassen und Rentenversicherern, die die Reha-Maßnahmen ihrer Versicherten finanzieren - war erfolgreich. Ihnen bot die Reha-Klinik günstige Preise und weitete gleichzeitig ihre Angebote und ihr Einzugsgebiet aus. Der entscheidende Durchbruch gelang dann in den Jahren 1999 bis 2001. "In dieser Zeit konnten wir unsere Auslastung von 25 auf 85 Prozent steigern. Dabei ist es bis heute geblieben", sagt Fähnrich. Mit der jetzigen Erweiterung der Klinik, übrigens der einzigen Reha-Klinik im Landkreis Güstrow, können mehr als 4000 Patienten pro Jahr in Lohmen behandelt werden.

Mitarbeiterzahl soll auf 200 erhöht werden

Stolz ist Fähnrich, dass der Klinikbetrieb in Lohmen über 15 Jahre wirtschaftlich stabil gehalten werden konnte. "Wir arbeiten heute mit allen relevanten Rentenversicherern zusammen, bekommen von ihnen regelmäßig Patienten für Reha-Maßnahmen zugewiesen", so der Geschäftsführer. 45 Prozent der Patienten kommen heute über die Krankenkassen, der Rest über die Rentenversicherer an den Garder See. Das Einzugsgebiet der Klinik erstreckt sich auf einen Umkreis von 400 Kilometern. In Lohmen werden Patienten nicht nur aus MV, sondern aus Berlin, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein behandelt. Die Klinik verfügt über vier Fachabteilungen: Orthopädie, Onkologie, Atemwegserkrankungen und Psychosomatik. Sie werden chefärztlich geleitet und gehören zu den qualitätsgeprüften Einrichtungen mit dem Siegel EQR (Exelente Qualität in der Rehabilitation nach den Richtlinien der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation) in MV. Die Klinik beschäftigt 190 Mitarbeiter. Diese Zahl solle sich bald auf 200 erhöhen, so Fähnrich.

Der Anbau für die Psychosomatik soll nächste Woche fertig sein. Aktuell laufen noch die letzten Innenarbeiten. Am Freitag plant die Reha-Klinik die Einweihung. Dann soll auch das 15-jährige Bestehen mit einem Mitarbeiterfest gefeiert werden. Der Neubau erweitert die psychosomatische Abteilung um ca. 40 Prozent. 1000 statt wie bisher 600 Patienten können hier zukünftig behandelt werden. Gleichzeitig wurden in der Klinik zusätzliche Therapieangebote geschaffen und auch ein zweiter Speisesaal entstand.

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