Rettungs- und Hilfsdienste Weihnachten im Dauereinsatz : Erdrückende Schneelasten zum Fest

In aller Frühe ist Wolfgang Mallock in der Mestliner Fritz-Reuter-Straße bereits beim Räumen des Gehweges.Michael-Günther Bölsche
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In aller Frühe ist Wolfgang Mallock in der Mestliner Fritz-Reuter-Straße bereits beim Räumen des Gehweges.Michael-Günther Bölsche

Auch auf der L 15 zwischen Mestlin und Goldberg lief Heiligabend zeitweise gar nichts mehr. Der Wind hatte seine ganze Kraft entfaltet und Schneewehen hoch aufgetürmt, so dass selbst der Winterdienst seine Not hatte.

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26. Dezember 2010, 05:53 Uhr

lübz/Parchim | Im Dauereinsatz waren Weihnachten die Kameraden etlicher freiwilligen Feuerwehren im Landkreis, so unter anderem die aus Lübz, Bergrade, Wulfsahl, Kreien, Parchim, Sternberg, Marnitz und Suckow. Der viele und vor allem nasse Schnee sorgte vielerorts dafür, dass Äste und ganze Bäume umknickten und die Fahrbahnen blockierten.

Die Polizei in Plau am See meldete einige kleinere Unfälle, zu denen es wegen Nichtbeachtung der Schneeglätte kam. Zum Glück blieb es bei Sachschäden. Vor allem bei Plauerhagen hatte ein Kraftfahrer Glück, als er auf glatter Fahrbahn ins Rutschen kam und an einem Baum landete. Auch er blieb unverletzt. Auf der B 198 bei Twietfort gab es am Freitagvormittag Verkehrsbehinderungen, weil ein 37-Tonner festlag. "Er hatte erst eine Panne und kam dann nicht mehr von der Stelle", so ein Polizeisprecher.

Die Parchimer Polizei meldete sieben witterungsbedingte Unfälle in der Nacht und am Morgen von Heiligabend. "Überall blieb es bei Sachschaden. Im großen und ganzen muss man den Kraftfahrern ein Lob aussprechen. Die meisten blieben zu Hause und wer fuhr, passte sich in der Regel den veränderten Bedingungen gut an", so ein Sprecher. Eine Hochspannungsleitung war gegen 3.50 Uhr zwischen Suckow und Mentin auf Grund der Schneelast gerissen und hatte einen Brand des Unterholzes ausgelöst, den die Freiwilligen Feuerwehren Suckow und Marnitz löschten. Zeitweilig war die Energieversorgung in einigen Orten unterbrochen. In der Notfallambulanz der Parchimer Asklepios Klinik musste auch nur ein Patient wegen eines Glätteunfalls mit einer Knieverletzung behandelt werden.

Auch die Zusteller der Schweriner Volkszeitung haben es in diesen Tagen nicht leicht. In Vimfow etwa brachte Gemeindearbeiter Walter Groß Hilfe. Mit Traktor und Schiebeschild sorgte er für die nötige Schneefreiheit. Anschließend zog er gleich seine Runden durch die Gemeinde Mestlin und schob die Straßen frei. "Bis Kadow kam ich, aber einige Ausbauten sind so zugeweht, da hilft nur eine Schneefräse", so Groß. Derweil hatte Monika Schmidt gegen vier Uhr die ersten Zeitungen in die Briefkästen gesteckt. Auch viele Hauseigentümer und Mieter waren in den frühen Morgenstunden dabei, den vielen Schnee von den Gehwegen zu räumen.

Auch auf der L 15 zwischen Mestlin und Goldberg lief in Höhe Vimfow zeitweise gar nichts mehr. Der Wind hatte seine ganze Kraft entfaltet und Schneewehen hoch aufgetürmt, dass selbst der Winterdienst seine Not hatte. Nahe Kadow war ein Trecker aus bislang unbekannter Ursache in Brand geraten, als der Fahrer auf dem Weg in seinen Landwirtschaftsbetrieb nach Below wollte. Die herbei gerufenen Feuerwehren aus Mestlin und Techentin hatten Mühe, an den Brandort zu gelangen. Der Weg über Techentin war durch Schneewehen versperrt und so mussten die Fahrzeuge umkehren und über Kadow zum Brandherd fahren.

Zwischen Spornitz und Brenz musste auch die B 191 am Nachmittag des 24. Dezembers zeitweilig gesperrt werden, da sich ein Lastwagen festgefahren hatte.

Bereits am Donnerstagabend musste die Freiwillige Feuerwehr Lübz gegen 17 Uhr alarmiert werden, da in einem Trafohaus des einstigen Speichers auf dem Hafengelände Öl ausgelaufen war. Nach Informationen der Polizei wollten Unbekannte aus dem Trafogebäude Kupfer stehlen. Die Eisentür hatten sie aufgebrochen und ebenfalls mitgenommen. Bei dem Versuch, Kupferteile zu stehlen, sind etwa 200 Liter Kühlöl ausgelaufen. "Wir haben das Öl mit Spezialmittel gebunden und die Auffangwanne geprüft. Diese war aber dicht", erzählt Danilo Urbutat, stellvertretender Wehrführer in Lübz. Am Montag werden die Eigentumsfrage und die endgültige Entsorgung durch die Stadt geklärt. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

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