Erdbeerernte eher schlecht als recht

<fettakgl>Yvonne von Laer </fettakgl>sieht sich auf einem der Erdbeerfelder von 'Mecklenbuger Frische' um und findet die letzten Erdbeeren der Saison.<foto>julia bartz</foto>
Yvonne von Laer sieht sich auf einem der Erdbeerfelder von "Mecklenbuger Frische" um und findet die letzten Erdbeeren der Saison.julia bartz

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27. Juli 2010, 07:12 Uhr

Tieplitz | Yvonne von Laer schaut über ein weites Feld von Erdbeer-Jungpflanzen. Hier und da nascht sie von der roten Frucht - von den letzten Exemplaren einer kargen Erdbeersaison. "Dieses Feld haben wir in diesem Frühjahr gepflanzt. Nächstes Jahr erst können wir es vollständig ernten", erklärt die Chefin des Unternehmens "Mecklenburger Frische" in Tieplitz. Aber auch auf den übrigen Feldern verlief die Erdbeerernte eher schlecht als recht.

"Die Ernte fing zwei Wochen später an, weil es im Mai und Juni zu kalt war", sagt Yvonne von Laer. Ein weiterer Grund war auch der verspätete Einsatz von Vlies und Folie. Normalerweise lege das Unternehmen bereits Ende Februar große Folien über die Felder, so dass ein Gewächshauseffekt eintritt, der Boden sich schneller erwärmt und die Erdbeeren so eher austreiben und Früchte tragen. In diesem Jahr jedoch hinderte die Schneedecke die Mitarbeiter daran. "Erst zwei Wochen später konnten wir die Folien über die Felder ausbreiten. Das bedeutet also auch, dass die Pflanzen zwei Wochen weniger Zeit haben, um zu wachsen", erzählt die Tieplitzerin. Etwa 30 Prozent Einbußen durch den späten Schnee erlitt der Landwirtschaftsbetrieb "Mecklenburger Frische" so.

Ende Juni wurde es schlagartig warm - und genauso plötzlich waren auch alle Erdbeeren reif. "So viele Erdbeeren auf einmal können die Kunden nicht verbrauchen", sagt Yvonne von Laer. Weiteres Problem: Viele Früchte lagen ungeschützt in der prallen Sonne. So verderben einige Erdbeeren schon auf dem Feld. "Ist die Sonneneinstrahlung sehr hoch, dann haben die Pflanzen nur kleine Blätter. Das kann man vergleichen mit Blumen wie dem Enzian, der im Hochgebirge wächst", sagt Yvonne von Laer. Mitte Juli war bei der enormen Hitze die Erdbeersaison schon vorbei. Deswegen fahren die Traktoren jetzt schon über die Felder und bereiten sie für die nächste Saison vor: Sie lockern den Boden für eine bessere Belüftung auf und häckseln alte Felder ab.

"Erdbeeren können insgesamt nur vier Jahre Erträge bringen, bevor sie abgehäckselt werden", sagt die Unternehmerin. Auf einem Feld können Erdbeeren nur zweimal nacheinander angebaut werden. "Wichtig ist, dass wir Erdbeeren nicht auf ein Feld bringen, auf dem früher einmal Kartoffeln standen", sagt Yvonne von Laer. Die Kartoffel bilde einen bestimmten Pilz, den die Erdbeere nicht vertrage.

Auch Spargelernte wegen langer Kälteperiode dürftig

Auch die Spargelernte war durch die kalten Monate relativ dürftig. "Normalerweise beginnen wir mit der Ernte am 20. April. In diesem Jahr konnten wir erst Anfang Mai starten", sagt die 54-Jährige. Denn der Spargel komme ursprünglich vom Nil und brauche warmes, feuchtes Wetter. für das nächste Jahr prognostiziert sie eine gute Saison. "Das Spargelkraut hat dafür sehr viel Sonne abbekommen. Dadurch lagert die Pflanze Kohlenhydratreservestoffe, also viel Zucker, ein", erklärt Yvonne von Laer. Aus diesem Energiepotenzial entwickle sich im nächsten Jahr der Spargel.

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